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Ludwigsburg

1. TCL genießt die Heimatmosphäre

Gut besuchte Rundsporthalle: Die Formation des 1. TC Ludwisburg vor eigenem Publikum.Foto: Baumann

Ludwigsburg. Als Turnierleiter Jörg Weindl die Top 5 zum Großen Finale aufrief, saßen die Schützlinge von Ludwigsburgs Trainerin Christiane Wagner etwas geknickt auf der Tribüne. Der Fünfte der Bundesligarunde verpasste sein erklärtes Ziel beim Heimspiel um Haaresbreite. Mit „Three Sides“ (drei Seiten) verpasste die Truppe Dance Works am Samstagabend den Einzug in die letzte Runde um Haaresbreite. Zur Musik von Nicolas Jaar woben Lisa Beese und Sebastian Spahn eine fein abgestimmte Choreographie.

„Es hat ein Kreuz gefehlt“, bedauerte Trainerin Wagner. Ausgerechnet der energiegeladene Direktaufsteiger aus dem Norden, der VfL Wolfsburg, verbaute den Gastgebern den Weg. Christiane Wagner „hätte das nicht so gesehen“, verwies aber auf die Unwägbarkeiten des Tanzens: „Unser Sport ist immer subjektiv.“

In der Kabine habe sie ihrer Mannschaft gesagt, dass sie sehr stolz auf sie sei. Mit den besonderen Erwartungen vor eigenem Publikum ging Dance Works in der Vorrunde und Zwischenrunde erstaunlich cool um. Den Klassenverbleib hatten die Damen um Mannschaftsführerin Lena Gräsle bereits in der Bundesligarunde gesichert.

„Wir haben von der Regionalliga über die zweite Liga die Rückkehr in die Bundesliga geschafft“, verwies die 32-Jährige Stuttgarterin auf die erfreuliche Entwicklung der vergangenen Jahre.

Ludwigsburg hat sich zur besten Adresse im Jazz und Modern Dance in der Region gemausert. Die volle Tribüne in der Rundsporthalle genoss sie mit ihren Teamkolleginnen: „Es macht unheimlich viel Spaß, vor so viel Publikum zu tanzen.“

Vier Stunden lang erlebten 800 Zuschauer den Ideenreichtum und das Bewegungstalent der besten deutschen Gruppen. Bei mehreren Vereinen setzten auch einige Männer im Zusammenspiel auf dem Parkett besondere Noten. „Autre choses“, dem Ensemble aus Saarlouis, gelang der Hattrick.

Im dritten Jahr in Folge heimste es mit der Textperfomance „I hate dancing“ (Ich hasse Tanzen) von Stephen Fry alle sieben Einser der Wertungsrichterinnen ein und führte den Titel ihrer Choreographie letztlich ad absurdum.

Auch Ludwigsburgs Trainerin Wagner war beeindruckt „von der Kreativität, der Varianz in den Bewegungen und dem Risikoreichtum in Schnelligkeit und Akrobatik“.

Das Kontrastprogramm lieferte Silbermedaillengewinner ASV Wuppertal. Die Gruppe Arabesque brillierte mit ihrem federleichten Ballett zu Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 in A-Dur durch Präzision. Bronze ging an den Bundesligazweiten SV Eidelstedt mit seiner Choreographie zu den Themen Macht, Unterdrückung und Widerstand.

Gestern bei den Wettkämpfen der Jugend war es ebenfalls der TSC Saarlouis, der sich die Goldmedaille sicherte. Dahinter platzierte sich der Wuppertaler Nachwuchs.

Erich Wagner
18. Juni 2017
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