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Korntal-Münchingen

Zu bestehenden Mängeln kommen neue hinzu

Die Münchinger Sporthalle sieht von außen passabel aus, doch im Innern gab es schon länger bekannte Mängel. Im Sommer wurden aber nur einige von ihnen behoben. Das Dach ist weiterhin undicht. Foto: Oliver Bürkle

Viel Geld hat die Stadt in die zunächst um ein Jahr verschobene, dann im September abgeschlossene Sanierung der Münchinger Sporthalle gesteckt. Für rund 1,2 Millionen Euro wurden vor allem im Umkleide- und Duschbereich vieles von den Sanitärleitungen bis zu den Fliesen erneuert oder repariert, zudem aus Brandschutzgründen Notausstiege und eine Sicherheitsbeleuchtung installiert. Doch einige Veränderungen kritisieren Nutzer nun – und auch, dass während der Arbeiten nicht noch weitere gravierende Mängel behoben worden sind. „In die Sporthalle regnet es wieder rein. Ihr renoviert das Gebäude, aber lasst das Dach außen vor, das finde ich nicht gut“, sagte etwa Martin Weinhold vom EJW Münchingen Handball in der Bürgerfragestunde vor der jüngsten Gemeinderatssitzung. An drei Stellen sei während eines Spielwochenendes Mitte November Regenwasser von der Hallendecke getropft, konkretisiert er. Man habe mit Handtüchern ständig aufwischen müssen.

Bei der Stadtverwaltung ist das undichte Dach bekannt. Mit der Sanierung in diesem Jahr habe man das aber nicht mitmachen können, so Bauamtsleiterin Sonja Widmann. Die Haushaltslage gebe das nicht her – auch wenn natürlich bewusst sei, dass die Kosten insgesamt nicht geringer werden. Allerdings könnte es mit der Reparatur auch noch dauern. Denn im nächsten Jahr sollen die Arbeiten erst geplant werden, umgesetzt dann 2019.

Doch auch die nun abgeschlossenen Sanierungsarbeiten freuen nicht jeden, Weinhold und ein Vereinskollege kritisierten im Rat einige Ergebnisse. Etwa die Funktionsweise der nachgerüsteten Schließanlage. Es habe mehr als einmal den Fall gegeben, dass die letzte Sportgruppe des Tages die Halle nicht mehr komplett verriegeln konnte, weil es dazu jetzt den für die Tür passenden Schlüssel braucht. Zudem kritisierten er und ein Sportkollege vom TSV die Funktionsweise der Duschen. Das Wasser tritt dort jetzt kegelförmig aus, weshalb es „sehr mühsam ist, überhaupt nass zu werden“.

Eine weitere ungünstige Veränderung gebe es für die Nutzer, die sich vor Ort die Haare trocknen wollten. Bislang waren die Föhne in der Umkleidezone montiert, nun im Nassbereich an den Spiegeln, was dazu führe, dass die Nutzer mit den Straßenschuhen dort stünden. Zudem seien die Spiegel über dem Waschtisch angeordnet, wo sie dann beim Duschen beschlagen.

Kritik, die auch einige Stadträte aufnahmen – und die von der Verwaltung gehört wird. „Eigentlich sollte es nach einer Maßnahme nur noch glückliche Gesichter geben“, so Bürgermeister Joachim Wolf schon in der Sitzung. Es soll deshalb nun Anfang Dezember eine gemeinsame Begehung mit den Vereinen geben. Für Martin Weinhold schon mal ein positiver Schritt.

Julia Schweizer
30. November 2017
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