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Stuttgart/Ludwigsburg

Wirbel um graue Briefumschläge

Alt und neu: „Steuer: kann ich auch!“, so der Slogan, der „was-gibts-zu-glotzen.de“ ersetzt. Foto: Oliver Bürkle

Stuttgart/Ludwigsburg. Wenn man Post vom Fiskus im Briefkasten findet, weiß man meist nicht so recht, ob man sich wegen einer Steuerrückerstattung eher freuen kann oder sich bei möglichen Nachforderungen ärgern muss. Etwa vier Millionen der grauen Umschläge mit dem entsprechenden Inhalt erhalten die Steuerpflichtigen im Südwesten von der Finanzverwaltung – jedes Jahr. Doch in vielen der 65 Finanzämter im Land haben gerade diese Kuverts aus Umweltpapier für Unruhe gesorgt.

Drei Millionen Umschläge bei den 65 Ämtern

Vor allem die Weisung, alle Umschläge zu entsorgen, hat Wirbel ausgelöst. Denn seit Anfang September läuft nach der Ausschreibung durch die Oberfinanzdirektion (OFD) in Karlsruhe der Vertrag für neue Briefumschläge. Und die alten Briefhüllen sollten weggeworfen werden. Doch dazu kam es dann doch nicht. Die OFD ging offenbar davon aus, erklärte eine Sprecherin des Finanzministeriums gegenüber unserer Zeitung, dass nur geringe Restbestände vorhanden waren. Tatsächlich hatten einzelne Finanzämter kleine Bestände im vierstelligen Bereich oder im Einzelfall nur wenige Hundert Umschläge, so die Sprecherin. Aber andere hatten deutlich größere Vorräte. Da bei einer Abfrage der 65 Finanzämter drei Millionen Umschläge im Wert von 25 000 Euro auftauchten, „kam es selbstverständlich nicht infrage, dass diese Umschläge einfach entsorgt werden. Wir sind froh, dass das sozusagen auf den letzten Metern noch korrigiert werden konnte.“

Auch in Ludwigsburg werden die alten Umschläge natürlich weiter verwendet, wie Andreas Brockmann, der Leiter des Finanzamts, sagt. Nicht ganz klar sei, wie viele noch übrig sind, und wie lange die Vorräte noch reichen. Dazu müsse man jeden einzelnen Bezirk abfragen.

Aufdruck weist auf neue Nachwuchskampagne hin

Die alten und neuen Briefumschläge unterscheiden sich übrigens nur im Detail. Auf der Vorderseite der neuen Hülle weist ein kleiner Aufdruck auf die aktuelle Nachwuchskampagne der Finanzverwaltung hin, die erst im Juni in Stuttgart vorgestellt wurde. Ihr Slogan: „Steuer: kann ich auch!“ Sie ersetzt die bisherige Kampagne (www.was-gibts-zu-glotzen.de). Die alte Webadresse wird – wie schon bisher – auf die neue umgeleitet.

Nichts geändert hat sich allerdings an den freundlichen Grüßen des Finanzamts auf der Innenseite der Briefumschläge. Und dem Hinweis an die Steuerzahler, dass man am gleichen Tag mehrere Postsendungen erhalten könne.

Hubert Dreher
05. Oktober 2017
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