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Kreis Ludwigsburg

Wegen teurer Deponienachsorge: Abfallgebühren steigen

Der Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik soll heute eine Anhebung der Hausmülltarife zum nächsten Jahr auf den Weg bringen. Die Erhöhung für den Musterhaushalt liegt laut Beschlussvorlage bei 4,1 Prozent. Das letzte Wort hat der Kreistag, der am 20. Oktober tagt.

Auf den ersten Blick scheint es paradox: Jahr für Jahr nimmt der Landkreis mehr Müllgebühren ein, als er für den Fachbereich Abfallwirtschaft und seine Abfallverwertungsgesellschaft AVL bräuchte. Die Überschüsse, die aktuell auf der hohen Kante liegen, summieren sich auf knapp 6,3 Millionen Euro. Wurden diese Überschüsse lange Zeit dazu genutzt, um den Haushalten ihr zu viel bezahltes Geld in Form sinkender oder mindestens stabiler Gebühren zurückzuzahlen, reichen sie nun aber nur noch dazu aus, einen allzu massiven Anstieg der Tarife zu vermeiden.

Der Hauptgrund sind die hohen Nachsorgekosten für die Deponien „Am Lemberg“ bei Poppenweile und „Burghof“ bei Horrheim. Rückstellungen in Höhe von 86 Millionen Euro muss der Landkreis dafür ansparen. 36 Millionen Euro werden zum Jahresende 2017 parat stehen, Anfang 2018 werden also noch 50 Millionen fehlen. Von denen sollen 2,5 Millionen im kommenden Jahr aufgebracht werden.

Das ist zwar weniger als die 6,3 Millionen Euro im Sparstrumpf. Doch erstens rechnen das Landratsamt und AVL nächstes Jahr auch mit Mehrkosten von 1,7 Millionen Euro. Und weil die Bildung von Nachsorge-Rücklagen eine Daueraufgabe bleiben wird, will man die angesparten Überschüsse nicht auf einen Schlag verfrühstücken. Vielmehr sollen nur die 3,2 Millionen abgezwackt werden, die für die Finanzierung der Mehrkosten und der 2018 geplanten Rückstellungen anfallen – ein Kurs, den der AVL-Aufsichtsrat seit längerem fährt.

Weitere Konstante: Die Sammlung des „Rohstoffs“ Biogut soll weiter ausgebaut werden. Denn hier hat der Landkreis trotz deutlicher Steigerungen seit 2015 noch Luft nach oben: Erstmals wird 2017 zwar die Marke von 30 000 Tonnen Biogut übertroffen, die Verträge geben aber 43 000 Tonnen im Jahr her. Konsequenz: Die Leerungsgebühr für Biomüll ändert sich nicht und liegt weiter zwischen 50 Cent (60-Liter-Tonne) und einem Euro (240 Liter). Dagegen steigen die Jahrestarife der Haushalte um drei und die Leerungstarife für den Restmüll um sieben Prozent.

Steffen Pross
08. Oktober 2017
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