Samstag, 24.02.2018, 16:39 Uhr
keine Daten 4 °C
Ludwigsburg

Viel Wohnraum für Studierende

Es ist für Ludwigsburg als Hochschulstadt mit inzwischen fast 10 500 Studenten und einem sehr engen Wohnungsmarkt ein wichtiges Projekt: 230 neue Wohnheimplätze sollen auf einem Areal im Bereich Friedrichstraße und Königstraße nahe der Agentur für Arbeit entstehen. „Wir sind dem Land sehr dankbar dafür, dass es uns mit dem Baugrundstück in Erbpacht unterstützt“, sagt Tobias Burchard, Geschäftsführer des Studierendenwerks.

Der Architekt und Stadtplaner Wolfgang Riehle (Reutlingen) präsentierte diese Woche als Vorsitzender der Jury die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs für das Neubauprojekt. Nach einem vorgeschalteten Bewerbungs- und Auswahlverfahren hatten 13 Büros Entwürfe eingereicht. Der erste Preis geht an Reichel Schlaier Architekten GmbH (Stuttgart). Ihre Pläne mit zwei winkelförmigen Baukörpern, Ziegelfassade und Raum für 229 Wohnheimplätze überzeugten das Preisgericht am meisten (siehe auch Foto des Modells).

Der zweite Preis geht an Tusker Ströhle Architekten (Stuttgart), der dritte Preis an die Bogevischs GmbH aus München. „Wir werden jetzt mit einem oder auch mehreren Preisträgern über die weitere Planung und Beauftragung verhandeln“, so der Geschäftsführer des Studierendenwerks. Es ist auch eine Tiefgarage geplant. „Wir werden mit der Stadt Ludwigsburg zudem ein Mobilitätskonzept erarbeiten“, so Burchard.

Für die Stadt Ludwigsburg nannte Baubürgermeister Michael Ilk bei der Präsentation der Preisträger den Standort des geplanten Wohnheims als bestens geeignet. „Es ist erfreulich, dass Studierende in Innenstadtnähe gebracht werden.“ Der Wohnraum werde dringend benötigt. „Vor allem junge Familien und Studierende haben große Probleme, etwas zu finden.“

Mit dem Grundstück trage das Land dazu bei, dass in Ludwigsburg auf seinen Liegenschaften ein neues Cluster entstehen könne, sagte Andreas Hölting, Leiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg am Standort Ludwigsburg: Nach dem Bereich mit Finanzamt und Polizei in der Oststadt sowie dem Staatsarchiv in der Innenstadt entstehen jetzt an der Friedrichstraße die Studierendenwohnungen. Neben dem Baugrundstück stellt das Land auch ein angrenzendes Wohnhochhaus zur Verfügung. Es wird nach Fertigstellung des neuen Wohnheims saniert, vom Studierendenwerk betrieben und bietet dann weitere 70 Wohnheimplätze, so dass am Ende ein Ensemble mit rund 300 Plätzen entsteht.

Die Jury habe sich bei der Beurteilung der Entwürfe für eine Blockrandbebauung und gegen Solitärgebäude entschieden, erläuterte Wolfgang Riehle die Preisvergabe. Damit sei eine höhere Qualität bei der Gestaltung von Freiräumen mit Innenhofcharakter möglich.

Geplant sind auf den Etagen im Neubau Vierer- und Sechserwohngemeinschaften. Intensiv und kontrovers habe das Preisgericht die Aufteilung der Räume für die Wohngemeinschaften in einem solchen Wohnheim diskutiert. Man dürfe es mit der Wirtschaftlichkeit nicht übertreiben, forderte Riehle und hinterfragte Planungen, bei denen die Aufenthaltsräume direkt und offen in die Wegeführung etwa von Zimmern zum Bad integriert sind.

Bisher betreibt das Studierendenwerk Stuttgart eigenen Angaben zufolge in Ludwigsburg 866 Wohnplätze in Wohnanlagen beim Hochschulcampus nahe dem Favo-ritepark in Eglosheim. Die Warmmieten dort liegen laut Studierendenwerk zwischen 238 und 360 Euro. In Eglosheim befindet sich auch ein zweites Neubauprojekt des Studierendenwerks: In der Eduard-Spranger-Straße entsteht ein Neubau mit 49 Wohnheimplätzen.

von peter maier-stein
08. Februar 2018
Impressum | Datenschutz