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Kornwestheim

Verwaltung: Es gibt keine Zusagen an Porsche

Für Aufregung sorgte deshalb die Nachricht, die von einer Mitarbeiterin des Stuttgarter Rathauses in die Welt gesetzt worden sein soll, dass das Unternehmen an einer Ansiedlung in Kornwestheim interessiert sei.

Konkret soll es um das Gewerbegebiet Südwest gehen, eine 15 Hektar große Fläche zwischen der Solitudeallee, Containerbahnhof und Justizvollzugsanstalt Stammheim, die bislang landwirtschaftlich genutzt wird. In diesem Zusammenhang wurde ins Gespräch gebracht, eine angrenzende Fläche von fünf Hektar, die sich auf Stuttgarter Gemarkung befindet, ebenfalls zu entwickeln und somit ein interkommunales Gewerbegebiet zu schaffen.

Dass die Ansiedlung von Porsche in diesem Bereich fast schon beschlossene Sache sein soll, weist Kornwestheims Baubürgermeister Daniel Güthler im Gespräch mit unserer Zeitung zurück: „Porsche hat definitiv keine Zusage gemacht oder von uns bekommen.“ Vielmehr gehe das Unternehmen auf viele Kommunen in der Region zu, um auszuloten, welche Optionen es gebe. Zumal Gewerbeflächen im Raum Stuttgart bekanntlich rar und der Platz am Unternehmenssitz in Zuffenhausen begrenzt sei. Für den Bau des Porsche Mission E würden weitere Flächen benötigt, sowohl für die Produktion als auch die Logistik.

Umgekehrt werden viele ansiedlungswillige Firmen bei der Kornwestheimer Stadtverwaltung vorstellig. Porsche ist übrigens schon längst in Kornwestheim ansässig: Am Güterbahnhof befindet sich bereits ein Verladezentrum. „Der Bedarf an Gewerbeflächen ist vorhanden“, verweist Güthler auf die Gefahr, in die der Wirtschaftsstandort Stuttgart geraten könnte, wenn keine weiteren Flächen ausgewiesen werden.

Bei dem Terrain im Südwesten der Stadt, das im Flächennutzungsplan 2025 als Gewerbefläche ausgewiesen ist, handele es sich um eine der wenigen Flächenpotenziale, über die Kornwestheim noch verfüge. Damit die Kornwestheimer Verwaltung in die Entwicklung eines Gewerbegebiets einsteigen könne – die Planungen werden laut Güthler drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen – sei ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderats erforderlich. Eine entsprechende Vorlage soll in den nächsten Wochen ausgearbeitet und Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres vorgelegt werden. Außerdem sind eigentumsrechtliche Fragen zu klären, da sich einige Grundstücke in Privatbesitz befinden.

Mit Blick auf die Anwohner in Stuttgart-Stammheim spielt zudem der Lärmschutz eine große Rolle. Erst wenn das Gesamtkonzept stehe, so Güthler, könne man Zusagen machen. Andersherum würden sich Unternehmen erst für eine Ansiedlung entscheiden, wenn sie selbst Planungssicherheit hätten.

„Dieser Prozess hat noch nicht stattgefunden“, nimmt der Baubürgermeister das Tempo aus einem Thema heraus, das an Fahrt aufgenommen hat, bevor überhaupt der Startknopf gedrückt worden. „Das Ziel der Stadtverwaltung besteht lediglich darin, das Gebiet zu entwickeln“, so der Baubürgermeister. „Wir wollen erfolgversprechende Konzepte“, verweist er darauf, dass die Stadt Kornwestheim bei der Auswahl der Unternehmen, die sich dort ansiedeln sollen, durchaus wählerisch sein werde. Man wolle eine hochwertige Gewerbeentwicklung mit geringem logistischen Anteil. „Wir wollen das Gewerbegebiet auf den Weg bringen – ob mit oder ohne Porsche“, betonte Güthler. In der Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag will die Verwaltung eine Erklärung zu dem Thema Porsche und Kornwestheim abgeben.

Marion Blum
11. Oktober 2017
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