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Steinheim

Stadt plant neues Jugendhaus nun doch selbst

Die Stadt hat die Zusammenarbeit beim Neubau des Jugendhauses auf dem Campus mit OHO-Architekten aus Stuttgart aufgekündigt. Stadtbauamtsleiter Frank Fussenegger hat ein neues Gebäude entworfen, die Pläne werden dem Gemeinderat am kommenden Dienstag in seiner Sitzung präsentiert. „Wir sind im Rahmen der Vertragsverhandlungen nicht zusammengekommen“, erklärt Bürgermeister Thomas Winterhalter auf Nachfrage.

Im Oktober war die Begeisterung im Gemeinderat noch groß gewesen, angesichts des Entwurfs in Form eines Bumerangs. Im Foyer war eine lange Theke geplant, die Veranstaltungsräume ließen den Blick auf die Bachaue frei. Der Entwurf war in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Jugendhaus entstanden. Bei den Verhandlungen habe man keinen Konsens finden können, was Art und Umfang der Leistung angehe, heißt es in der Vorlage. Der Stadt sei es wichtig gewesen, die Architekten bis zu Leistungsphase 9 zu beauftragen, begründet Winterhalter. Diese umfasst die Betreuung eines Projekts in der Gewährleistungszeit nach dem Bau, wenn es zum Beispiel zu Reklamationen bei Handwerkern kommt.

Von dieser Aussage ist Architektin Ursula Hüfftlein-Otto überrascht. „Wir machen die Leistungsphase 9 nicht, das haben wir von Anfang an kommuniziert“, sagt sie auf Nachfrage unserer Zeitung. In der Regel übernähmen dies die Bauherren selbst, zum Beispiel auch die Gemeinde Murr beim Bau ihres Jugendhauses. Hüfftlein-Otto findet dieses Prozedere auch besser, weil die Bauherren direkt vor Ort sind. „Wir müssen extra hinfahren. Wir müssen auch schauen, dass wir wirtschaftlich arbeiten“, sagt die Architektin, die sich nicht korrekt behandelt fühlt. „So etwas ist uns noch nicht passiert“, sagt sie.

Die Stadt Steinheim ist anderer Meinung. „Für uns ist die Leistungsphase 9 zwingend“, sagt Winterhalter, weshalb diese immer Teil der Verhandlungen gewesen sei. Die Beauftragung der Leistungsphase 9 entspreche einer Zielvorgabe. Wer sich nach dem Bau nicht während der Gewährleistungspflicht mit Handwerkern streiten wolle, schaue vielleicht schon während der Bauzeit genauer hin, ob ordentlich gearbeitet werde. Dies sei zumindest seine und die Auffassung des Bauamtsleiters Frank Fussenegger. „Normalerweise darf die Phase 9 kein Problem sein“, so Winterhalter. Nachdem im Dezember die Vertragsverhandlungen geplatzt waren, hat Fussenegger einen neuen Entwurf erstellt, den er am Dienstag vorstellen wird. Das Raumprogramm ist das gleiche, die Architektur erinnert an einen Würfel mit viel Glas. Die Kosten werden auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Auch die Projektsteuerung wird vom Bauamt übernommen. „Die Zeit muss man woanders einsparen“, betont Winzerhalter auf den Personalmangel im Bauamt angesprochen. Zudem habe man einen Projektarchitekten eingestellt, der im Frühjahr mit der Arbeit beginne. Mit den Leistungsphasen 4 bis 9 soll das Architekturbüro Hans-Peter Hack aus Stuttgart beauftragt werden.

Patricia Rapp
09. Januar 2018
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