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Großbottwar

Sechs Wasserbüffel dürfen an der Bottwar weiden

Wasserbüffel gelten als gutmütige Tiere. Archivfoto: dpa

Bereits 2014 präsentierten Claus-Peter Hutter von der Stiftung Nature Life International und der Kabarettist Christoph Sonntag sowie die Landwirte Gerhard Fahr aus Murr und Andreas Weigle aus Großbottwar die Idee der „Landschaftspflege mit Biss“. Damals war noch von zehn Tieren die Rede, die in Zukunft als Landschaftspfleger fungieren sollten, um die Mahd zu sparen. Auch würden die Büffel, die sich im Schlamm suhlen, auf der rund 18 Hektar großen Fläche zwischen der Unterquerung der Landesstraße 1115 bis ungefähr zum Schäferschen Biotop neuen Lebensraum für neue Tierarten schaffen: Schmetterlinge und verschiedene Vogelarten sowie Sumpfvögel wie Schnepfen oder Uferläufer fühlen sich in Talauen wohl. Bereits jetzt gebe es in dem Gebiet rund 50 Vogelarten, später würden es deutlich mehr, Rohrammer und Bekassine seien dann keine Seltenheit mehr, so die Hoffnung der Initiatoren. Auch als touristische Attraktion könnten die 500 Kilo-Kolosse, die aber als gutmütige Tiere gelten, dienen.

Die ökologische Vielfalt, die mit dem Projekt gestärkt werden soll, ist auch der Grund, warum das Landratsamt Ludwigsburg die Ansiedlung der Büffel genehmigte. „Es dient dem Landschaftsschutz. Wir erwarten, dass die Beweidung mit Wasserbüffeln sich positiv auf die Flora sowie die Fauna auswirkt“, erklärt ein Sprecher des Landratsamtes Ludwigsburg, warum es sich um ein privilegiert zulässiges Projekt handle, das auch im Landschaftsschutzgebiet erlaubt sei – normalerweise dürfen Landwirte im Landschaftsschutzgebiet nur bauen, wenn es dem Broterwerb dient. Bei der Beweidung mit Wasserbüffeln handle es sich um eine Alternative zur bisherigen Grundstückspflege.

Im Vorfeld der Genehmigung war viel Kritik am Projekt geäußert worden, vor allem in der Stadt Steinheim. Der städtische Umweltbeauftragte Eric Hirsch bezweifelte im März den Nutzen der Tiere, die aus Asien stammen und dort als Arbeitstiere Reisfelder umpflügen: Die Grundstücke, die als Ausgleichsfläche für den Bau der Landesstraße 1100 vom Land gekauft worden waren, hätten sich gut entwickelt, es entstanden Feuchtwiesen und Schilfflächen. Zudem müssen wertvolle Feuchtwiesen, die Bottwar und ein Wassergraben eingezäunt werden. Gebaut werden müssen ein Unterstand für die Büffel, eine Brücke über die Bottwar und Zäune. Die Suhlen, so Hirsch, hätte man auch mit Traktoren schaffen können. Auch Steinheimer Stadträte störten sich an den Weidezäunen, den Holzpflöcken und dem betonierten Unterstand. Sie verweigerten deshalb den Verkauf eines Grundstückes auf der Fläche.

Auch das Landratsamt erließ in der Baugenehmigung mehrere Auflagen. Besonders wertvolle Bereiche sind von der Beweidung ausgenommen, wodurch die Weidefläche kleiner wird und Inseln entstehen. Es müssen gewisse Abstände der Weidezäune zur Bottwar eingehalten und der Wildkorridor frei gehalten werden. Die geplante Brücke über die Bottwar muss hochwassersicher gemacht, das Gehölz in Feucht- und Nasswiesen geschützt werden. Die Zäune werden vom Landratsamt nicht als Problem angesehen, da es sich um mobile Anlagen handle. Der Unterstand sei Bestandteil des im Außenbereich privilegiert zulässigen Projekts. Auch muss das Projekt im Rahmen eines Monitorings fünf Jahre begleitet werden, um eventuellen Schäden vorzubeugen.

Auf die Frage, wie es nun weitergeht, antwortet Claus-Peter Hutter ungewohnt kurz angebunden. Die notwendigen Schritte seien gemacht, das Projekt genehmigt. Gewisse Sachen müssten noch organisiert werden, dann gehe alles seinen Gang. Zu gegebener Zeit werde man alle Interessierten informieren.

patricia Rapp
02. Dezember 2017
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