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Asperg

Schwaben-Bühne bedankt sich bei den „wahren Helden“

Werner Müller, Vorsitzender der Schwaben-Bühne, begrüßt die zahlreichen Ehrenamtlichen. Foto: Andreas Essig

Bei der Aufführung der Schwaben-Bühne in Asperg an diesem Freitagabend sind die Hauptpersonen einmal nicht auf der Bühne zu finden. Stattdessen sitzen sie im Publikum. Unter dem Motto „Wahre Helden“ hat der Theaterverein Ehrenamtliche zu einer Sondervorstellung eingeladen. Hundert Vertreter des örtlichen Arbeitskreises (AK) Asyl, der Aktiven Senioren, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), des Deutschen Roten Kreuzes, des Krankenpflegevereins, des Vereins Lichtblick Asperg sowie der evangelischen und der katholischen Kirche sind gekommen.

Bewusst sei man auf Vereine, Organisationen und Institutionen zugegangen, die im sozialen Bereich tätig sind“, sagt Werner Müller, Vorsitzender der Schwaben-Bühne: „Wir möchten einfach Dankeschön sagen, dass es Menschen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren.“ Man wolle diese in ihrem Tun bestärken. Denn es werde immer mehr zu einem Problem, Leute zu finden, die sich auf diese Weise einbringen – vor allem, wenn es auch noch darum gehe, Verantwortung in der Vereinsführung zu übernehmen. Auf die Idee für die Sondervorstellung sei sein langjähriger Vereinskollege Christian Brandstetter gekommen. „Sein Wunsch war es, dass wir uns mit einem unterhaltsamen Abend bei unseren ‚wahren Helden‘ für ihr ehrenamtliches Engagement bedanken.“

Unterhaltsam und spannend

Die Darbietung der Schwaben-Bühne ist mehr als nur unterhaltsam. Denn ihre Aufführung der Krimikomödie „Derf’s a bissle Mord sei?“ von Jana Kirsch ist ebenso spannend. Elke Dobusch, Sabine Zobeley, Simone Hinz, Klaus Kielkopf, Matthias Just und Uwe Plessing verstehen es, ihr Publikum in der einen Sekunde den Atem stocken zu lassen und in der nächsten wieder zum Lachen zu bringen – zur großen Freude der rund hundert Ehrenamtlichen.

„Das Theaterstück ist witzig“, findet Helmut Schmauß von Lichtblick Asperg. Vor allem sei es aber auch eine Form der Anerkennung für die geleistete Arbeit. So kümmern sich er und seine Vereinskollegen seit elf Jahren vor allem um ältere Mitbürgern, indem sie diese in ihrem Alltag mit unterschiedlichsten Hilfsleistungen unterstützen, wie etwa Fahrdiensten zu Ärzten oder auch kleinen Reparaturen im Haushalt. Angefangen habe man als kleiner Kreis jung gebliebener Rentner, die „etwas Vernünftiges machen wollten, das es so im Ort nicht gab“, erläutert Uwe Beck, der wie Schmauß zu den Gründungsmitgliedern gehört. Inzwischen hat Lichtblick 300 Mitglieder, von denen 30 regelmäßig aktiv sind und über das Jahr 70 Mitbürgern in insgesamt 1500 Einsatzstunden helfen.

Auch Gerlinde Bäßler, ehrenamtliche Integrationsbeauftragte und Mitglied im Arbeitskreis Asyl, und Thomas Reche, der Vorsitzende der Asperger DLRG-Ortsgruppe, freuen sich sichtlich über die Aktion der Schwaben-Bühne. Toll sei es, dass auf diese Weise Menschen, die sonst im Hintergrund tätig sind, gedankt werde, meinen sie unisono. „Das ist einmalig. So etwas hat noch nie stattgefunden“, lobt Bäßler, welche die Aktivitäten ihrer 70 Kollegen im 2015 gegründeten AK koordiniert: vom Deutschkurs für Frauen mit paralleler Kinderbetreuung über das Café International, das wöchentlich als Treffpunkt stattfindet, und der Fahrradwerkstatt, bis hin zu Familienhilfe und Hausaufgabenbetreuung. „Ich finde die Aktion super“, sagt Reche, der über seine Kinder zu seinem Ehrenamt gekommen ist. Als diese vor sieben Jahren bei der DLRG einen Schwimmkurs absolvierten, begnügte er sich nicht damit, am Beckenrand zu stehen. Der ehemalige Wettkampfschwimmer ließ sich zum Schwimmtrainer ausbilden und unterrichtet als solcher seither die Jüngsten bei der DLRG ab einem Alter von sechs Jahren.

So ließe sich über jeden einzelnen der zu dieser Theatervorstellung eingeladenen Ehrenamtlichen viel erzählen. Doch stehen sie meist nicht im Fokus des öffentlichen Interesses. Dass sie trotzdem ohne Ruhm und Rampenlicht Vieles leisten, macht sie für den Asperger Bürgermeister Christian Eiberger gerade zu „wahren Helden“. Als solche seien sie eine zentrale Stütze für das öffentliche Leben, bereicherten dieses und seien daher unverzichtbar, sagt Eiberger.

Luitgard Schaber
04. November 2018
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