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Mundelsheim

Satte Klänge zum Lobpreis Gottes

Rund hundert Mitglieder der Posaunenchöre brachten die Käsberghalle zum Klingen. Foto: Oliver Bürkle

Unter Leitung des Bezirksposaunenwarts Reinhard Layher aus Kirchberg spielten etwa 100 Mitglieder der Posaunenchöre des Kirchenbezirks Marbach in der gut besuchten Käsberghalle.

Die Posaunenarbeit des Bezirksjugendwerks umfasst elf Posaunenchöre mit rund 250 Musikerinnen und Musikern, zudem werden fast 50 junge Leute ausgebildet.

Das gewaltige Ensemble deckte bei seinem Gastspiel in Mundelsheim ein breites Spektrum ab, das von Chorälen über Gospels bis hin zu modernen Lobpreisliedern reichte. Bei mehreren Liedern wie „Wunderbarer Hirt“ von Lothar Kosse und „Leben aus der Quelle“ von Lukas Di Nunzio hatte auch die Besucher die Möglichkeit, sich stimmlich ins Geschehen einzubringen.

Der zweite Titel beinhaltet ein zentrales Element der Jahreslosung der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen. „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“, heißt es in der Offenbarung des Johannes.

Pfarrer Cornelius Kuttler, der Leiter des evangelischen Jugendwerks in Württemberg, griff diese Jahreslosung in seiner Predigt auf und erinnerte sich eingangs an eine Wanderung mit seiner Schulklasse. Aus dem heimischen Backnang war man einst bei brütender Hitze zum etwa zwei Stunden Fußmarsch entfernt liegenden Haus einer Lehrerin gewandert. Kuttler musste sich mehr oder weniger zum Ziel schleppen, schließlich aber konnten er und seine Mitschüler ihren Durst mit Orangensaft, Sprudel und Eiswürfeln stillen. Wenn er durstig sei, habe er noch heute den Krug mit dem Orangensaft vor Augen, sagte der Pfarrer.

Doch nicht nur der Körper, auch die Seele könne Durst verspüren. Im hektischen Alltag fühle man sich häufig überfordert und ausgebrannt, „wie Erdboden, den die sengende Hitze ausgetrocknet hat“.

In solchen Phasen der Unzufriedenheit halte er es mit dem Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh, der den Dank als tiefste Kraft im Leben verstanden habe. „Eine schlichte Formel: Der durstigen Seele hilft es, sich bei Gott zu bedanken.“

Häufig sei Gott im Alltag scheinbar fern, und somit falle es vielen Gläubigen verständlicherweise mitunter schwer, sich zu bedanken. Auch Jesus habe diese Zweifel gekannt. „Mich dürstet“, habe er beim Kreuzgang gerufen. „Jesus hat aber nicht nach Wasser gedürstet, sondern nach Gott“, so Kuttler. „Selbst wenn uns im Moment nichts einfallen mag, wofür wir uns bedanken können, wissen wir: Wir können Jesus vertrauen, weil er unseren Durst kennt und zu unserer Wuelle wird.“

FRank Klein
10. Juni 2018
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