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Freiberg

Rat sagt Ja zum 73-Millionen-Projekt

17 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen: Mit dem klaren Beschluss endet ein jahrelanges Ringen um die beste Lösung für das sanierungsbedürftige Schulgebäude. Am Ende ist es der Verwaltung gelungen, den Räten zu vermitteln, dass ein Neubau der Schule nicht nur die kostengünstigere Variante ist. Sie ist auch der erste Baustein zur Umsetzung des Masterplans „Plätze“ der Aldinger Architekten von 2014, mit dem das gesamte Ortszentrum weiterentwickelt werden soll. Vor der Abstimmung und der Aussprache der Stadträte, von der wir in unserer morgigen Ausgabe berichten, haben die Architekten Michael Victor Müller vom Kölner Büro MVM und Starke sowie Frank Flor vom Kölner Büro Club L94 die Planung vorgestellt.

Städtebauliche Einbindung: Die neue Oscar-Paret-Schule (OPS) wird auf der Freifläche südwestlich des bestehenden Schulgebäudes gebaut. Der Platz vor der Schule und die neue Sporthalle werden auf der Fläche der alten OPS entstehen. Sie wird nach Bezug des neuen Gebäudes abgerissen. Auf dem Streifen zwischen der Autobahn 81 und den beiden neuen Gebäuden (OPS und Sporthalle) sind der Schulpark (Aufenthaltsbereich) und der Sportpark (äußere Sportanlagen) geplant.

Bauabschnitte: Im April 2019 wird mit der Errichtung des Rohbaus begonnen. Zum Schuljahreswechsel 2021 soll das neue Gebäude bezogen werden können. Parallel zu den Bauarbeiten für die Schule werden auch die angrenzenden Freiflächen angelegt. Von Sommer bis Winter 2021 wird das alte Schulgebäude abgerissen. Von Beginn des Jahres 2022 bis Sommer 2023 entsteht die Sporthalle mit einigen der dazugehörigen Außenflächen. Von Sommer bis Winter 2023 wird die Stadthalle abgebrochen. Ein Jahr später erfolgt die Fertigstellung des Sportparks. Während der Bauzeit wird für den Schulsport, der draußen stattfindet, auf den Wasen ausgewichen.

Untergeschoss der OPS: Im Untergeschoss der Schule, die nur teilweise unterkellert wird, kommt das Parkdeck mit 101 Stellplätzen für Pkw unter. Davon sind zwei Elektrostellplätze – acht weitere können nachgerüstet werden – und vier Pkw-Stellplätze für Menschen mit Behinderung. Zudem entstehen 26 Fahrradstellplätze und zwei E-Bike-Ladestationen. Im Untergeschoss finden auch das Archiv, das Lager und die Werkstatt ihren Platz.

Erdgeschoss der OPS: Im Erdgeschoss des neuen Schulgebäudes werden hauptsächlich die Fachräume für Chemie, Physik, Biologie, Kunst, Musik, Technik, NWT (Naturwissenschaften, Technik), und AES (Alltagskultur, Ernährung, Soziales) untergebracht. Auf diesem Stockwerk finden sich zudem die Mensa und die Aula mit einem Fassungsvermögen von bis zu 500 Schülern. Auch die Verwaltung, das Lehrerzimmer sowie die Schulsozialarbeit kommen dort unter. Wie im Erdgeschoss werden auch im Obergeschoss alle Bereiche über einen langen Gang zu erreichen sein. „Das sind die Hauptstraßen der Schule“, sagte Architekt Michael Victor Müller.

Obergeschoss der OPS: Im Obergeschoss entstehen die Lernhäuser, wie sie von den Architekten genannt werden. In den drei Lernhäusern sind die Klassenstufen 5/6, 7/8, sowie 9/10 eingeplant. Eine Trennung zwischen den drei Schularten Gymnasium, Realschule und Gemeinschaftsschule findet weder in den Lernhäusern noch in den Fachklassenbereichen statt. Im Obergeschoss bekommen auch die Schüler der Oberstufe ihren Trakt. Auch die Bibliothek wird dort untergebracht. Pro Lernhaus gibt es eine flexible Mitte, die je nach Bedarf auch für Unterricht genutzt werden kann. Jeder Schüler erhält seinen eigenen Garderobenspind.

Fassade der OPS: Die Planer haben genau die Anzahl der Fenster eingeplant, die für die Belichtung der Räume notwendig ist, um Geld zu sparen. Um eine Serienproduktion der Fenster zu garantieren, was ebenfalls kostengünstiger ist, werden größtenteils einheitliche Formate verwendet. Für die Fassade wird Klinker mit einem Betonsockel verwendet.

Sporthalle: Die neue Sporthalle ist in drei einzelne Hallen teilbar. Sie erhält eine barrierefrei zugängliche Tribüne, einen Gymnastikraum sowie über die gesamte Länge der Halle hinweg durchgängig Geräteräume.

Kosten: Die aktuelle Berechnung ergibt Baukosten von 73 Millionen Euro. Für Kostensteigerungen und Unvorhergesehenes hat die Verwaltung zusätzlich einen Puffer von acht Millionen Euro eingeplant. 22,4 Millionen Euro gibt es an Zuschüssen, aus der Rücklage werden 20 Millionen Euro entnommen. Es muss ein Kredit in Höhe von 38 Millionen Euro aufgenommen werden.

Frank Elsässer
05. Juli 2018
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