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Ludwigsburg

Polizei ermittelt gegen Unfallverursacher

Sein waghalsiges Überholmanöver könnte für einen 48-jährigen Autofahrer ein juristisches Nachspiel haben. Wie berichtet hatte der Mann am frühen Freitagabend auf der Straße zwischen Neckarweihingen und Poppenweiler eine Kolonne aus drei Autos und einem Traktor überholen wollen. Nach Auskunft der Polizei bemerkte er dabei den ordnungsgemäß nach links ausscherenden Traktor, der dort auf einen Feldweg fahren wollte, zu spät.

Trotz Vollbremsung konnte der Audi-Fahrer die Kollision nicht mehr verhindern und fuhr in die linke Seite des Traktors. Der 23-jährige Traktorfahrer wurde dabei auf die Straße geschleudert und schwer verletzt. Der Unfallverursacher kam mit leichten Verletzungen davon.

Zwar ist das sogenannte Kolonnenspringen – bei übersichtlicher Strecke – nicht grundsätzlich verboten. Laut einiger Gerichtsurteile trägt der Überholende dabei aber eine hohe Verantwortung und wird bei Unfällen haftbar gemacht. Im konkreten Fall hätte der Audi-Fahrer bei seinem Überholmanöver einkalkulieren müssen, dass andere Autofahrer oder auch der Traktor selbst ausscheren. Die Polizei hat deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs gegen den 48-Jährigen eröffnet.

Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung hat der Fall hohe Wellen geschlagen. Viele Menschen tut vor allem der junge Traktorfahrer leid. Er ist noch im Krankenhaus, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung. „Ich fahre diese Strecke täglich lang, solch riskante Überholmanöver sind leider an der Tagesordnung. Genauso zwischen Marbach und Poppenweiler“, schreibt einer der Diskussionsteilnehmer. Es sei ein Glück, dass es nicht noch mehr Unfälle gebe. Ein anderer Teilnehmer meint: „Mein Gott, hat denn keiner mehr fünf Minuten Zeit? So ist der 48-Jährige auch nicht an sein Ziel gekommen.“

Eine andere Autofahrerin gibt einen weiteren Erfahrungsbericht von der Strecke. „Ich fahre die Strecke täglich. Entweder wird man bei den zugelassenen 80 km/h überholt, oder es wird so gedrängelt und dicht aufgefahren, dass man nicht mal mehr die Lichter vom Hintermann sieht. Ich hoffe jedes Mal, dass in so einem Moment kein Wild über die Straße rennt. Alles Gute dem Traktorfahrer.“

Christian Walf
06. August 2018
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