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Korntal-Münchingen

Pläne für weiteren Überweg gestoppt

Für Fußgänger und Radler wird es auch weiterhin keinen extra Übergang quer über die Stuttgarter Straße und vor den Bahngleisen geben. Foto: Oliver Bürkle

Wie kommen Fußgänger sicher über die Gleise der Strohgäubahn am östlichen Rand von Münchingen? Mit einem eigenen Überweg über die Stuttgarter Straße, einige Meter vor dem Bahnübergang, mit einer Ampel oder einem Zebrastreifen, so die Überzeugung der Agendagruppe „Lebenswertes Münchingen“, die deshalb in den vergangenen Jahren wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen hat. Doch nun gab es dafür von der Stadtverwaltung die endgültige Absage – die Kosten seien angesichts des zu erwartenden Nutzens nicht gerechtfertigt, so der Tenor einer Verwaltungsvorlage.

Denn die vorhandene Querungshilfe (mit einer Mittelinsel) direkt vor dem Discounter werde angenommen, am zweithäufigsten nutzten Fußgänger und Radler eine Stelle westlich des Bahnübergangs. Das sind zumindest die Ergebnisse einer Verkehrserhebung aus dem April, die ein von der Stadt beauftragtes Planungsbüro organisiert hatte und die im Ausschuss für Technik und Umwelt präsentiert wurden.

Zudem hatte die Stadtverwaltung bei der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft angefragt, welche Voraussetzungen für die Errichtung einer neuen Fußgängerampel nötig wären. Und die würden richtig teuer werden, weil die Ampel mit der Sicherungsanlage für den Bahnübergang verknüpft werden müsse, was auch Anpassungen bei der Soft- und Hardware im Stellwerk zur Folge hätte. Auf 100 000 Euro werden diese Kosten geschätzt, zusätzlich zu den bisher kalkulierten 95 000 Euro. Dazu kommt, dass die Stadt davon ausgegangen war, nur ein Drittel der 95 000 Euro bezahlen zu müssen, der Rest käme vom Land.

Nachdem nun aber das Gutachten nicht nachweisen konnte, dass die Neuanlage der Fußgängerquerung notwendig sei, dürfe man auch nicht mit einer Kostenübernahme rechnen, so Bürgermeister Joachim Wolf. Zudem habe man mit der Einführung des Tempolimits von 40 Stundenkilometern nicht nur einen Punkt aus der Lärmaktionsplanung umgesetzt, sondern sorge auch für mehr Sicherheit.

Das alles überzeugte schließlich auch die Ausschussmitglieder, wenngleich Wolf Ohl (Grüne) dann anderweitig Verbesserungen anmahnte und auch Guntram Schrempp (SPD) weiter Gefahrenpotenzial sah. Einstimmig genehmigten die Stadträte den Vorschlag der Stadt, die Planungen für eine neue Querungsanlage nicht mehr weiterzuverfolgen.

Julia Schweizer
05. Dezember 2017
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