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Bietigheim-Bissingen

Pferdemarkt ohne große Randale

Auf dem Pferdemarkt ist es weitgehend ruhig geblieben.Foto: Alfred Drossel

Durchatmen bei den Verantwortlichen: Auch beim Pferdemarkt in diesem Jahr ist es weitgehend friedlich geblieben. Die Polizei hatte über fünf Tage, sich lediglich mit 33 Anzeigen zu beschäftigen. Das waren vier Anzeigen weniger als 2017. Die Polizei zieht daher eine erfolgreiche Festbilanz. Auch im Rathaus ist man zufrieden. Bürgermeister Joachim Kölz sieht das Sicherheitskonzept, das von Polizei, Feuerwehr, DRK und Stadtverwaltung erarbeitet wurde, voll aufgegangen. „Wir lernen jedes Jahr dazu und werden ein wenig besser. Die Sonderwache in der Halle am Viadukt, gleich neben dem Pferdemarkt, hat sich bewährt“, so Kölz. Man sei gut vorbereitet gewesen und freue sich, dass es zu keinen größeren Vorkommnissen gekommen sei.

Die Sonderwache ist während der Öffnungszeiten des Pferdemarktes mit Polizei, Stadt und Feuerwehr besetzt. So könne man sehr schnell reagieren. Dazu gehört auch der Piepser, den der Bürgermeister über die Dauer des großen Stadtfestes, immer bei sich trug. Kölz: „Sollte es zu einem großen Vorfall kommen, sind die Mobilfunknetze schnell überlastet. Mit diesen Geräten kann die Kommunikation aufrecht erhalten werden.“

In der Wache auf dem Pferdemarktgelände kann sich auch der Krisenstab treffen. Wenn noch mehr Fachleute hinzugezogen werden müssen, wird auch auf die Bietigheimer Feuerwache ausgewichen.

In diesem Jahr wurde der von der Stadt angeheuerte Sicherheitsdienst nochmals aufgestockt. Weiteres Security-Personal gab es im Festzelt selbst. Schon seit vielen Jahren ist der Festwirt Karl Maier in das Sicherheitskonzept einbezogen.

Alljährlich kommen zwischen 250 000 bis 300 000 Besucher auf den Bietigheimer Pferdemarkt. Das große Traditionsfest lässt sich die Stadt jedes Jahr über 200 000 Euro kosten.

Bei den Straftaten, die von der Polizei aufgenommen wurden, handelt es sich um neun Körperverletzungen, sieben Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, eine Widerstandshandlung, sieben Beleidigungsanzeigen, davon drei gegen Polizeibeamte, eine Diebstahlsanzeige, ein Missbrauch von Ausweispapieren, eine Verkehrsunfallflucht, ein Verstoß gegen das Waffengesetz und ein Hausfriedensbruch.

Obendrein kam es zu einer sexuellen Nötigung, sowie zu zwei sexuellen Belästigungen, bei denen junge Frauen auf dem Festzeltgelände vermutlich unsittlich berührt wurden. Bei einem dieser Fälle artete der Vorfall in eine gefährliche Körperverletzung aus. An dem Vorgang waren insgesamt sechs Personen beteiligt, darunter zwei 20-Jährige. Bei dem Versuch den Vorgang zu klären, wurde einer der Sicherheitsdienstmitarbeiter von einem der 20-Jährigen vermutlich mit einem leeren Bierkrug auf den Kopf geschlagen und verletzt. Er musste anschließend vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden. Darüber hinaus leistete einer der beiden 20-Jährigen Widerstand gegenüber den Polizeibeamten. Er wurde anschließend zur Sonderwache auf dem Festgelände gebracht.

Am Abend des Abschlusstages am Dienstag gingen bei der Polizei kurz vor Mitternacht mehrere Anrufe wegen einer Schlägerei ein. Im Bereich des Bahnhofs Ellental konnte die Polizei mehrere alkoholisierte Personen antreffen und voneinander trennen. Offenbar kam es zwischen zwei Gruppierungen, mit 20 bis 30 Personen, zu einer Auseinandersetzung mit Handgreiflichkeiten. Nachdem sich eine Gruppe aus dem Staub gemacht hatte, wurden den Restlichen aufgrund ihres anhaltenden, aggressiven verbalen Verhaltens ein Platzverweis erteilt.

Trotz mehrfacher Aufforderung missachtete ein 22-Jähriger die Anweisungen der Polizei. Anschließend wurde der Querulant zum Streifenfahrzeug gebracht, wo er mehrfach seinen Kopf auf die Motorhaube schlug. Mit erheblichem Kraftaufwand wurde der junge Mann dann in Gewahrsam genommen.

Andreas Feilhauer
06. September 2018
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