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Ortsdurchfahrt wird bis Jahresende zum Nadelöhr

Blick auf die Ludwigsburger Straße. Eine halbseitige Sperrung auf einer Länge von 64 Metern steht unmittelbar bevor.Foto: Holm Wolschendorf

Der Gemeinderat hatte 2016 das Baugesuch für einen Neubau in der Ludwigsburger Straße 60 genehmigt. In unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof errichtet ein Investor ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit dem Namen „Be Carré“.

Der Beginn der Rohbauarbeiten steht unmittelbar bevor. Bis zur Fertigstellung des Rohbaus wird die Ortsdurchfahrt zum Nadelöhr. „In dieser Zeit kann die Ludwigsburger Straße nicht so genutzt werden wie bisher“, sagte Bürgermeister Klaus Warthon am Montagabend im Gemeinderat. „Eine Spur muss gesperrt werden.“

Die Verwaltung rechnet mit beträchtlichen Einschränkungen, zumal der Verkehr nicht durch die angrenzenden Wohngebiete umgeleitet werden darf. Diese Option sei nur bei einer Komplettsperrung gegeben, erläuterte Warthon. „Es wird nicht einfach in den kommenden Monaten, aber es gibt keine Alternative zu einer halbseitigen Sperre“, so der Bürgermeister.

Für einen möglichst reibungslosen Ablauf ist die genehmigende Behörde zuständig, das Ludwigsburger Landratsamt. Rückstaus will die Kreisbehörde durch eine provisorische Ampel möglichst weit reduzieren. „Sonst geht gar nichts mehr“, meinte Warthon.

Damit genug Platz für Autos bleibt, soll die Fußgängerampel an der Krone während der Bauarbeiten außer Betrieb genommen werden. Die Ampeln direkt unterhalb der Bahnunterführung und an der Post bleiben durchgehend geschaltet. In der Ludwigsburger Straße ist ein absolutes Halteverbot vorgesehen, von der Marsstraße aus sollen Fahrzeuge in beide Richtungen in die Ludwigsburger Straße einbiegen können.

Das Landratsamt hat eine halbseitige Sperrung bis 21. Dezember angeordnet. Die Gemeinderäte meldeten allerdings starke Zweifel an, dass die Roharbeiten bis dahin abgeschlossen werden können. „Eine sehr sportliche Zeitplanung“, brachte der Bürgermeister die Stimmung auf den Punkt.

Sonja Lenz (Freie Wählervereinigung) regte an, Autofahrer mit Schildern schon weiträumig auf die zu erwartenden Verkehrsbehinderungen hinzuweisen, etwa an der Abbiegung von Hoheneck in Richtung Benningen. In dieser Hinsicht bestehe wenig Hoffnung, entgegnete Warthon. Das Landratsamt werde entsprechende Hinweise aller Voraussicht nach nicht genehmigen. Ordnungsamtsleiterin Verena Wilhelm hofft auf einen Lerneffekt der Verkehrsteilnehmer. „Wer einmal da reinfährt, fährt am nächsten Tag nicht wieder durch Benningen, wenn es nicht unbedingt sein muss.“

Abends und an Wochenenden könnte die Sperrung nach Abschluss der Bautätigkeit aufgehoben werden, schlug Gabriele Kölbel-Schmid vor. Diese Idee hätten auch Vertreter des Landratsamts vorgetragen, sagte Warthon. „Wir werden das aufgreifen. Das wird nicht einfach für die Firma, aber sollte an dieser Stelle zumutbar sein.“

Entspannung deutet sich dagegen an anderer Stelle an: Der Landkreis will die Fahrbahn der Ludwigsburger Straße zwischen dem Kreisverkehr am Schickhardt-Ring und der Kreuzung Ludwigsburger Straße/Lange Straße/Beethovenstraße sanieren. Die Bauarbeiten werden nicht, wie zunächst von der Verwaltung angekündigt, von Mitte Mai bis Mitte August dauern, sondern lediglich etwa eine Woche in Anspruch nehmen. „Irgendwann zwischen Mai und August“, berichtete Ordnungsamtsleiterin Wilhelm. „Wann genau, wissen wir noch nicht.“

Frank Klein
08. Mai 2018
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