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Ludwigsburg

Neuer Park im Herzen der Stadt

Bis auf über 150 schöne alte Bäume – darunter zwei über 100 Jahre alte Kastanien – sieht es auf dem Gelände bislang wenig einladend aus: Ein Parkplatz, ein Spiel- und ein trister Bolzplatz prägen das Bild.

Nun soll dort „ein zeitgenössisches Pendant zu den großen historischen Parkanlagen“ entstehen, wie Dr. Anne Mayer-Dukart, Teamkoordinatorin der städtischen Planer, jetzt vor Stadträten im gemeinderätlichen Ausschuss für Bauen, Technik und Umwelt erklärte. Gepflegte Grünflächen mit Kinderspielmöglichkeiten und Sportangeboten, schön gestaltete Fuß- und Radwege, aber auch ein erweitertes Parkplatzangebot, all das soll auf dem gut 1,5 Hektar großen Gelände bei Erhalt fast aller Bäume einmal seinen Platz finden. Eine künstlerische Installation zur Erinnerung an die ehemalige Orgelfabrik Walcker – früher nahebei und nun Namensgeber des Parks – ist ebenfalls vorgesehen.

Dazu wird jetzt nach mehrheitlicher Zustimmung im Ausschuss ein Wettbewerb ausgelobt, der auch den Mündungsbereich der Bietigheimer Straße in die Heilbronner Straße umfasst. Ende Juli oder Anfang August wird ein Preisgericht den Sieger küren. Mitte 2019 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. „Ein strammer Zeitplan“, so Mayer-Dukart, der aber notwendig sei, da das Gelände im Bereich des Sanierungsgebiets Untere Stadt liegt. Für den Park könne deshalb mit bis zu 1,17 Millionen Euro Zuschuss gerechnet werden. Allerdings unter der Voraussetzung, dass der Park bis 2021 fertig ist.

Den Wettbewerbern muss bei ihren Vorschlägen die Quadratur des Kreises gelingen: Angesichts des hohen Parkdrucks in der Unteren Stadt soll mit der Neuanlage des Parks auch die Zahl der Parkplätze von bislang 115 auf maximal 150 Plätze erhöht werden. Möglich wäre dies mit einem Parkhaus oder einer Tiefgarage im Bereich entlang der Bietigheimer Straße.

Andreas Rothacker von den Freien Wählern plädierte hier für ein Parkhaus ähnlich jenem in der englischen Ortschaft Warwick. Dort sind die Wände mit 97 000 Pflanzen begrünt. Lubu-Stadträtin Elga Burkhardt würde das Parkhaus lieber in den Hang im Norden und Osten des Geländes integriert sehen.

Während sich nahezu alle Stadträte sehr angetan von den Plänen zeigen, versagte die CDU-Fraktion dem Projekt geschlossen ihre Zustimmung. Sie fürchten, dass der Park Planungen für den von ihnen weiterhin geforderten Tunnel unter dem Favoritepark behindern könnte. Denn laut Stadtrat Reinhold Noz ist dieser Tunnel „die letzte Chance, Eglosheim und Hoheneck vom Verkehr zu entlasten.“ Dazu würden im Bereich des Heilbronner Torhauses umfangreiche Arbeiten nötig. Dieser Tunnel sei „die logische Fortführung“ des Tunnels unter der Schlossstraße, der im Zusammenhang mit der geplanten Bewerbung für eine Landesgartenschau angedacht wurde. Der Walckerpark komme deshalb „zum falschen Zeitpunkt“. Lieber würde die CDU diesen Ort als Standort für eine Flüchtlingsunterkunft oder als Fläche für die Kindertagesstätte im Marstall-Center mit ihrem nach wie vor dringenden Erweiterungsbedarf sehen.

Grünen-Stadträtin Elfriede Steinwand sieht hier hingegen „die einmalige Chance, diesen zentralen Bereich aufzuwerten.“ Für Margit Liepins (SPD) steht die Stadt mit dem Projekt „vor einem großen Wurf.“

„Warum sollen wir auf die Taube auf dem Dach warten, wenn wir den Spatz schon in der Hand halten“, findet Baubürgermeister Michael Ilk. Im Konzept der Landesgartenschau spiele der „Grüne Ring“, der die Stadt umschließt und die Stadtteile verbindet, eine wichtige Rolle. Der Walckerpark würde die Innenstadt über die westlich gelegene Grünfläche Marienwahl hin zum „Grünen Ring“ verbinden und kann daher in das Konzept für die Landesgartenschau integriert werden.

„Die einmalige Chance, so eine grüne Lunge in der Innenstadt zu schaffen“, sieht hier Anne Mayer-Dukart. In der Innenstadt bestehe hoher klimatischer Handlungsbedarf. Mit einer weitgehenden Entsiegelung bislang befestigter Flächen könne dieser Park in Hitzeperioden eine wichtige Rolle für die Erholung spielen.

Annette de Cerqueira
09. Februar 2018
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