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Netzwerk fördert Bürgerengagement

Heinrich Knodel, Katja Schottmüller-Reinle, Sabine Schmidt-Kotzur und Martin Strecker (von links) werben fürs Ehrenamt. Foto: Oliver Bürkle

„Unser Ziel war und ist, das ehrenamtliche Engagement in seiner ganzen Vielfalt in der Bürgerschaft zu fördern“, erklärt der Vorsitzende des Kreisdiakonieverbandes, Martin Strecker. 2003 gingen elf Institutionen an den Start. Heute sind es 23. Gemeinsam und mit breiter Brust wollte man auftreten und auf sich aufmerksam machen, zusammen sollten Freiwillige gewonnen werden, ohne sich gegenseitig Konkurrenz zu machen.

„Vor allem für kleinere Organisationen ist dieser Schulterschluss sehr wichtig“, meint Heinrich Knodel, Geschäftsführer der Wohnungslosenhilfe im Landkreis. Er war Gründungsmitglied des Netzwerks, wie auch Katja Schottmüller-Reinle, die die katholische Kirche im Freiwilligen-Forum vertritt und die Sozialdienstleiterin der Stiftung evangelischer Altenheime in Ludwigsburg, Sabine Schmidt-Kozur. Sie ist seit April neue Koordinatorin des Netzwerks und Nachfolgerin von Eberhard Daferner, dem Vater des neuen Ehrenamtsbewusstseins.

„Der Grundgedanke war, dass alle Einrichtungen die im sozialen Bereich tätig sind die gleichen Themen beschäftigen“, erklärt Schmidt-Kozur: „Wie werbe ich Ehrenamtliche, wie werden sie qualifiziert, wie werden sie begleitet, wie wird ihre Arbeit ausreichend gewürdigt?

Alle Einrichtungen haben vor 13 Jahren ein Acht-Punkte-Programm beschlossen, das gute Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche schaffen soll. Ein Durchbruch, bei dem seither der Ehrenamtliche mit seinen besonderen Fähigkeiten im Mittelpunkt steht und nicht die Aufgabe an sich. Eine Einführung soll ermöglichen, sich zu erproben und es sollen Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden.

Die Inhalte der Tätigkeit werden inhaltlich und zeitlich klar festgelegt. Eigenverantwortung wird gestärkt, der Umgang zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen ist von gegenseitigem Respekt und Einvernehmen getragen. Anerkennung und Würdigung in verschiedenen Formen wird als unerlässlich erachtet. Es werden Absprachen über Kostenerstattung und Auslagenerstattung getroffen und die Helfer seien während ihrer Tätigkeit versichert. Schließlich wurde ihnen im Rahmen ihres Ehrenamts eine Schweigepflicht auferlegt.

Ehrenamtsmesse im Frühling 2019

„Wir finden für jeden das Passende“, meint Schottmüller-Reinle, so wie jeder Topf seinen Deckel. Mehr als 200 verschiedene Aufgabenfelder warteten darauf, erledigt zu werden. Welche, das wollen die Institutionen am 22. März 2019, bei der zweiten großen Ehrenamtsmesse im Kulturzentrum vorstellen und dabei Präsenz zeigen. Und man sei auch bereit, Aufgaben nach den Talenten und der Lebensphase der Interessierten zu schaffen. Die Anlaufstelle ist der städtische Fachbereich „Bürgerschaftliches Engagement“. Dort wird in allen Fällen passgenau vermittelt.

„Rund 40 Prozent der Bürgerschaft engagiert sich in irgendeiner Form ehrenamtlich“, schätzt Strecker. Sozial, sportlich, kulturell. „Das macht eine aktive Gesellschaft aus.“ Ganz abgesehen davon, dass sie unverzichtbar sind.

Thomas Faulhaber
02. November 2018
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