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Ludwigsburg

Nach vielen Jahren Warten die neue Zentrale

Sein Vorgänger Uwe Falk hatte bei der Amtsübergabe zu Kratt gesagt: „Bis in zwei Jahren hast du eine neue Unterkunft.“ Das war 1999. Fast weitere 20 Jahre mussten die THW’ler im Bau aus dem Ersten Weltkrieg ausharren, der vom Militär als Pferdelazarett vorgesehen war, dafür aber nie genutzt wurde. Oft wurde seither renoviert, 2008 schließlich übernahm die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) sämtliche Immobilen am „Alten See“ in Grünbühl. Zehn Jahre später dann wurde die alte Werkstatt abgebrochen; es folgte der Spatenstich.

Die BIMA war Bauherrin und vermietet nun Grundstück, Übungsturm, Trümmerfeld und alte Fahrzeughalle sowie die beiden neuen Garagen mit extra hohen Toren und eben den Neubau. Rund 2,5 Millionen Euro hat der gekostet und verfügt auf zwei Etagen über mehrere Büros sowie Schulungsräume, einen modernen Funkraum und sanitäre Anlagen. Der Erste Bürgermeister Kornwestheims, Dietmar Allgaier, brachte als Geschenk einen Scheck für eine neue Industrieküche. Mit der könnten auch Helfer anderer Einsatzkräfte verpflegt werden.

Ganz reibungslos war der Bauablauf offensichtlich nicht. „Eigentlich wollten wir das Haus schon beim diesjährigen Neujahrsempfang präsentieren“, erklärte Kratt, dass einige Probleme und Überplanungen den Zeitplan durcheinander gebracht hätten. Den Gästen des Abends zeigten sich noch unmöblierte Räumlichkeiten. Bis zum Neujahrsempfang könnte der Umzug erledigt sein.

„Wir sind schnell wechselnde Lagen gewohnt und schaffen das“, so der Landesbeauftragte Dietmar Löffler. Jetzt seien Unterbringung und Ausstattung wieder auf gutem Stand. Eine Besonderheit sei der eigene Saal für die Jugendarbeit. „Das ist gut“, lobte er, denn die sei seit dem Wegfall der Wehrpflicht die Zukunft.

Mit 18 Jahren sei Kratt 1970 ins THW eingetreten und 1980 in Ludwigsburg gelandet. Sein Engagement und seine persönliche Einsatzbereitschaft zeichneten ihn aus. Auch beim Neubau habe er Nerven wie Stahlsteile bewiesen und zahllose Stunden investiert. Als Dank überreichte er ihm das Ehrenabzeichen des THW-Präsidenten. Löffler bedankte sich insbesondere bei Kratts Arbeitgeber und dessen Ehefrau Ute Kratt, die mit der Ehrenurkunde „Bronze“ geehrt wurde. Bei hätten ihn immer wieder auch unvermittelt ziehen lassen. „Wir wissen das sehr zu schätzen.“ Ebenfalls für den Einsatz um den Neubau wurde Jörg Speichert ausgezeichnet wurde

„Das letzte Jahr war nicht einfach“, sagte Kratt gerührt. Er warte sehnsüchtig darauf, dass er endlich den symbolischen und die echten Schlüssel in Händen halten könne. Er musste sich noch etwas gedulden. Günther Danziger von der BIMA gab den erst, an den Landesbeauftragten Löffler, der ihn wiederum an die Leiterin der Regionalstelle Stuttgart, Andrea Hildebrand weiterreichte, die ihn letztlich doch an Kratt gab. „Ich dachte schon das wird nichts mehr“, kommentierte Allgaier diese hierarchische Schlüsselstafette. In weiteren Grußworten lobten der Leiter des Polizeireviers Harald Prasky und Feuerwehrchef Ben Bockemühl, beide Ludwigsburg, die gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einsatzkräften.

50 aktive Einsatzkräfte zählt der Ortsverband des Technischen Hilfswerks. Rund 14 500 Stunden wurden 2018 bislang von ihnen geleistet. Vier Helfer sind in der Grundausbildung, 25 Mitglieder zählt die Jugendgruppe. In ganz Deutschland hat das THW, das als Bundesbehörde zum Geschäftsbereich des Innenministeriums gehört, 80 000 Freiwillige und 1 300 Hauptamtliche, die Gefahren abwehren und in Katastrophenfällen im In- und Ausland unterstützen.

Thomas Faulhaber
08. Oktober 2018
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