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Ludwigsburg

Millionen-Gabe vom Bund rettet Solaranlage

Das Vorbild: Die Solaranlage im brandenburgischen Senftenberg. Foto: dpa

Es ist eine kleine Hängepartie mit überaus glücklichem Ende für die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim. Erst hatte der Energieversorger seine ambitionierten Pläne für Deutschlands größte solarthermische Anlage dem Land ans Herz gelegt und sich um eine Millionenförderung beworben. In Stuttgart gab man dem Projekt zwar beste Noten, allein die Größe überfordere den Fördertopf, so die freundliche Absage. „Ohne spürbare Förderung ist das Projekt aber wirtschaftlich nicht zu stemmen“, musste sich Stadtwerke-Geschäftsführer Bodo Skaletz zum Jahresbeginn noch in Geduld üben. Gut für das kommunale Unternehmen, dass es noch ein Bundesumweltministerium gibt. Dort ist man von den Ludwigsburger Plänen sogar so sehr überzeugt, dass von 13 Millionen Baukosten gleich 10,4 Millionen aus der Bundeskasse nach Ludwigsburg fließen werden.

Schriftlich überbracht hat diese Förderung als Botschafterin aus dem Ministerium gestern Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD). Als Ort für diesen kleinen Festakt hatte die Stadt das Holzheizkraftwerk gewählt. Gewiss nicht ohne Hintersinn. War diese Anlage mit dem Bau doch das größte Holzheizkraftwerk Baden-Württembergs. Jetzt also genau hier der Startschuss für Deutschlands größte Anlage für Heizwärme aus Solarkraft.

„Um beim Klimaschutz voranzukommen, müssen die neuesten Technologien auf innovative Weise angewandt werden“, sagte die Staatssekretärin, die aus Waldshut-Tiengen kommt. Es freue sie besonders, dass die größte Einzelförderung aus dem aktuellen Förderwettbewerb für kommunale Klimaschutz-Modellprojekte in ihre Heimat nach Baden-Württemberg gehe.

Die Solaranlage soll auf einem großen Wiesengrundstück beim Wasserturm am Römerhügel entstehen. Neben der reinen Warmwassergewinnung gehört zu dem Projekt auch der Anschluss an das Ludwigsburger und Kornwestheimer Fernwärmenetz und eine Erweiterung dieses Verbundnetzes.

„Wir bauen damit unsere Wärmeversorgung auf regenerativer Basis bedeutend aus und verknüpfen sie über kommunale Grenzen hinweg. Das steht ganz im Sinn der nachhaltigen Siedlungsentwicklung: Als Städte müssen wir uns weiterhin vor Ort mit aller Kraft für den Umwelt- und Klimaschutz engagieren“, sagte Oberbürgermeister Werner Spec.

Das Wiesengrundstück am Römerhügel sei besonders geeignet. Altlasten, die dort auf einem ehemaligen Deponiegelände im Boden liegen, würden noch auf Jahre hinaus eine Bebauung verhindern. „Wo die natürlichen Abbauprozesse im Untergrund weitergehen, können wir jetzt die neue regenerative Anlage bauen“, so Spec.

von peter Maier-stein
12. Mai 2017
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