Sonntag, 23.09.2018, 17:43 Uhr
keine Daten 25 °C
Murr

Kreisel kann gebaut werden

Sie ist zwar kein Unfallschwerpunkt, dennoch kommt es an der Kreuzung Bietigheimer Straße/Langes Feld zu gefährlichen Situationen.Archivfoto: R. Theiss

640 000 Euro wird der Kreisverkehr kosten, den die Gemeinde Murr zusammen mit dem Landkreis an der Kreuzung Bietigheimer Straße (K 1609)/Im Langen Feld/Bei der Bergkelter bauen will. Die Kreuzung soll damit entschärft werden, der Verkehr besser fließen. Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistages sicherte gestern zu, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Wenn alles gut läuft, könnte der Kreisverkehr noch Ende dieses Jahres fertig werden, ist der Murrer Bürgermeister Torsten Bartzsch optimistisch. Er rechnet mit einer Bauzeit von rund fünf bis sechs Monaten. „Das wird allerdings spaßig“, weiß er jetzt schon. Die Verkehrsführung während der Bauzeit muss ebenfalls mit dem Landratsamt Ludwigsburg abgestimmt werden. Erste Überlegungen gibt es bereits: Den Kreisverkehr zunächst halbseitig zu bauen und den Verkehr über die Marbacher Straße, wo derzeit nur die Busse fahren dürfen, zu leiten.

Vor allem zu den Hauptverkehrszeiten ist es ein Vabanquespiel, bis man zum Beispiel vom Gewerbegebiet Langes Feld auf die Bietigheimer Straße nach Murr einbiegen kann. Aber auch aus der gegenüberliegenden Straße von der Bergkelter her ist es immer wieder spannend, wie man auf die Bietigheimer Straße in Richtung Autobahn kommt. Insgesamt besteht die Kreuzung aus vier Ästen. 10 000 Fahrzeuge sind hier unterwegs, zudem herrscht häufig Unkenntnis über die Vorfahrtsregeln. Die Wartezeiten an der Kreuzung sind dementsprechend lang.

Diesen Status hat eine Verkehrsuntersuchung der Planungsgruppe Kölz bereits vor zwei Jahren festgestellt. Im Berufsverkehr morgens und abends erreichen die Äste aus dem Langen Feld (Gewerbegebiet) und Bei der Bergkelter der Studie zufolge nur noch die Qualitätsstufen D und E – F steht für „völlig unzureichend“. Ab Stufe D sieht der Landkreis Handlungsbedarf. Der Verkehrsuntersuchung zufolge könnte ein Kreisel die Leistungsfähigkeit der Kreuzung morgens auf die Qualitätsstufe B und abends sogar auf Stufe A („ausgezeichnet“) verbessern.

Mit dem Kreisverkehr erhofft man sich durch die reduzierte Geschwindigkeit neben der Verbesserung der Verkehrssicherheit auch eine Reduzierung des Verkehrslärms. Ein Kreisel an dieser Stelle war auch im Lärmaktionsplan der Gemeinde als sinnvoll dargestellt worden.

Weil die Bietigheimer Straße eine Kreisstraße ist, kann die Gemeinde nicht ohne Zustimmung des Landkreises bauen. Umgekehrt haben die Besitzverhältnisse den Vorteil, dass sich Kommune und Kreis die auf rund 640 000 Euro geschätzten Kosten teilen werden.

Dem Wunsch nach einer Ampelregelung an einer Kreuzung oder nach einem Kreisverkehr an Kreisstraßen ist der Landkreis in der Vergangenheit nur dann nachgekommen, wenn es sich um einen Unfallschwerpunkt gehandelt hat. Seit dem vergangenen Jahr werden aber auch Verbesserungen gefördert, wenn die Leistungsfähigkeit einer Kreuzung nicht mehr gegeben ist.

Das Verbandsbauamt Großbottwar, das auch Planungsaufgaben für die Gemeinde Murr erledigt, hat bereits einen Entwurf für den Kreisverkehr angefertigt. Er wird demnach einen Durchmesser von 34 Metern haben. Für Fußgänger sind drei Zebrastreifen vorgesehen, nur am Ast in Richtung Langes Feld ist keine spezielle Querung möglich.

Patricia Rapp
05. März 2018
Impressum | Datenschutz