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Murr

Kaputte Bank soll erzieherischen Effekt haben

Sitzen und die Murr betrachten – hier ist das nicht möglich. Foto: privat

Nein, das war wirklich kein einladenden Anblick, der sich einem LKZ-Leser vor einigen Tag bot, als er mit dem Fahrrad zur Raststelle bei der Gewässergüte Messstation am Ufer der Murr radelte. Umgehend machte er Fotos und schickte sie mit seiner Kritik an die Redaktion unserer Zeitung – und ans Rathaus der Gemeinde Murr.

Der Leser listet auf, welcher Anblick sich ihm geboten hat: „Der Weg ist mit Splitt aufgefüllt und für Radfahrer nicht geeignet (Unfallgefahr!!). Die Sitzbank ist schon seit Monaten demoliert und der Abfalleimer fehlt. Die Rasenfläche ist umgepflügt und kaum begehbar“, schreibt er in einer E-Mail.

Und er findet: „Ein Platz zum Ausruhen an der Murr, an so einer idyllischen Stelle, sollte anders aussehen und muss unbedingt gepflegt werden.“

Wir haben deshalb bei der Gemeinde Murr mal nachgefragt. „Wir sind dabei dem nachzugehen“, sagt Bürgermeister Torsten Bartzsch. Der Abfalleimer sei vor zwei oder drei Wochen beschädigt und deshalb von Gemeindemitarbeitern abmontiert worden; er werde derzeit repariert und dann wieder neben der Bank angebracht.

Apropos Bank: Wie lange ist die schon kaputt? Die Bank, der praktisch die komplette Sitzfläche fehlt, sei bereits vor längerer Zeit zerstört worden, sagt Bartzsch. „aber wir lassen uns bewusst Zeit, um das zu reparieren.“ Denn, so der Bürgermeister, würde eine zerstörte Bank sofort durch eine neue ersetzt, könnte das die Täter animieren, gleich wieder etwas kaputt zu machen. Sehen sie aber, dass kaputt tatsächlich „kaputt“ heißt – haben sie also das Ergebnis ihrer Tat eine Weile vor Augen – so hätte das vielleicht einen erzieherischen Effekt, wenigstens ein bisschen, hofft der Rathauschef.

Was die umgepflügte Rasenfläche angeht, so ist dafür ein Bagger verantwortlich, mit dem im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart der Pegel in der Murr ausgebaggert worden ist, um ihn auszutauschen. Damit auf dem Weg zum Murr-Ufer der LKW und der Bagger fahren konnten, ist er mit Splitt verfestigt worden – eben mit jenem Splitt, der den LKZ-Leser beim Radfahren gestört hat („Unfallgefahr“) „Dieser Bereich ist allerdings auch kein Fahrradweg“, kommentiert Bürgermeister Torsten Bartzsch, „der Radweg an der Murr ist asphaltiert“.

Er würde sich freuen, schreibt der Leser in seiner E-Mail, „in Kürze wieder eine schöne Raststelle in der Gemeinde Murr vorzufinden“. Das verspricht Bartzsch: Die Bank werde erneuert, der Mülleimer wieder aufgehängt. Und er gibt dem Leser recht: „Das ist alles andere als ein schöner Anblick!“

Andrea Nicht-Roth
08. August 2017
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