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Ludwigsburg

Interesse an Gemeinschaftsschule sinkt

Die Anmeldezahlen für weiterführende Schulen in der Stadt liegen vor. Und die zeigen deutlich: Die Nachfrage an Plätzen an den Gemeinschaftsschulen (GMS) ist stark zurückgegangen. Gab es im Vorjahr noch 120 Anmeldungen an der Gemeinschaftsschule in der Innenstadt, sind es dieses Jahr lediglich 51. Damit kommt die Schule auf zwei fünfte Klassen. Im Vorjahr waren es noch vier, davor sogar fünf Eingangsklassen gewesen. Außerdem gibt es eine Vorbereitungsklasse.

Für Rektor Ralf Broghammer sind die Zahlen jedoch keine Überraschung, wie er auf Nachfrage sagt. „Das war klar, dass es mit der neuen Gemeinschaftsschule an der Justinus-Kerner-Schule eine Aufteilung gibt.“ Die wenigen Anmeldungen verstehe er nicht als Kritik – im Gegenteil: „Wir haben Eltern, die sich sehr bewusst für diese Schulart entscheiden.“ Außerdem geht Broghammer davon aus, dass die im Zuge der von der Stadt festgelegten Obergrenzen für weiterführende Schulen Signalwirkung bei den Eltern hatte, die sich entsprechend verhalten haben.

Im Fall der GMS in der Innenstadt liegt die Deckelung bei drei Eingangsklassen. „Mit nur zwei Eingangsklassen entspannt sich die räumliche Lage in der Zukunft“, so Broghammer. Er sieht die Deckelung positiv: „Wir und die Stadt haben klar gesagt, dass wir die hohen Anmeldezahlen räumlich nicht verkraften.“ Anders bewertet man die Zahlen an der Justinus-Kerner-Schule, die nun als Gemeinschaftsschule startet. Hier liegen 26 Anmeldungen vor. Für den Anfang sei das o. k., aber in der Summe nicht zufriedenstellend, so der Schulleiter Peter Widmeier. Er geht von zwei fünften Klassen aus. „Wir werden noch als Werkrealschule wahrgenommen.“ Eine Ursache sei auch die Unsicherheit durch die Politik. So sei GMS derzeit kein Thema. „Wir werden aber so weiterarbeiten wie bisher. Wir sind davon überzeugt“, sagt Widmeier. In diesem Zusammenhang könnte man die Zunahme an der Werk- realschule, der Hirschbergschule in Eglosheim, werten: Mit 30 Anmeldungen kann diese wieder eine Eingangsklasse bilden, nachdem sie im Vorjahr darum bangen musste, genügend Schüler für eine fünfte Klasse zu bekommen. 2016/17 waren es 17 Kinder gewesen.

Die Nachfrage an Realschulen ist weiterhin stabil: Mit 100 Anmeldungen an der Elly-Heuss-Knapp-Realschule werden dort vier Klassen gebildet (im Vorjahr lagen 107 Anmeldungen vor). Die Gottlieb-Daimler-Realschule wird mit 124 Kindern wie im Vorjahr fünf Klassen einrichten.

Bei den Gymnasien ist das Mörike-Gymnasium mit seinem G 9-Zug wieder Spitzenreiter. Und das, obwohl die Zahlen deutlich zurückgegangen sind. Hatte es im Vorjahr noch 216 Anmeldungen gegeben, starten bald 175 Kinder in fünf G 9- und einer G 8-Klasse. Damit erreichen die Zahlen die von der Stadt beschlossene Deckelung bei sechs Eingangsklassen. Das Otto-Hahn-Gymnasium wird mit 114 Anmeldungen vierzügig bleiben und befindet sich damit auf dem Vorjahresniveau, ebenso das Friedrich-Schiller-Gymnasium, das mit 110 Kindern vier Eingangsklassen bildet. Über einen großen Zuwachs kann sich das Goethe-Gymnasium freuen: Nach 76 Anmeldungen im Vorjahr werden 2017/18 122 Kinder vier Klassen bilden, die das frisch sanierte Schulgebäude beziehen können. Mit der Fertigstellung der Baustelle könnte die Zunahme der Anmeldungen der Fünftklässler zusammenhängen.

Noch ist das letzte Wort aber nicht gesprochen. Derzeit finden Beratungsgespräche an den weiterführenden Schulen statt und durch eventuelle Umzüge könnte es zu leichten Verschiebungen kommen, so die Stadt in einer Mitteilung. Insgesamt haben sich an allen weiterführenden Schulen 851 Kinder angemeldet, 46 weniger als im Vorjahr. Vor vier Jahren hatte es aufgrund eines schwächeren Jahrgangs einen leichten Rückgang bei den Anmeldungen an den Grundschulen gegeben, der sich jetzt auswirkt.

Aktuell findet in den ersten bis vierten Klassen derzeit eine gegenläufige Entwicklung mit steigenden Schülerzahlen statt. Die Stadt rechnet in den nächsten fünf Jahren mit steigenden Schülerzahlen – die dann auch einmal in den weiterführenden Schulen ankommen werden.

Martina Pea0 und Janna Werner
11. Mai 2017
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