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Ludwigsburg

Humorvoller Blick auf die Pubertät

Festivalstimmung im Hof der Karlskaserne in Ludwigsburg mit großem Andrang – bis zum Filmbeginn sind alle Plätze restlos belegt. Foto: Karin Rebstock

Der Film „Das Pubertier“ ist ein Muss für Eltern mit heranwachsenden Kindern. Auf humorvolle Weise wird darin das Verhalten von Teenagern, aber auch ihrer Mütter und Väter auf die Schippe genommen. Kein Wunder, dass am Samstag viele Familien, zum Teil auch mit Großeltern, zum Open-Air-Kino in den Innenhof der Karlskaserne gepilgert waren.

„Unsere 15-jährige Tochter haben wir zu Hause gelassen, damit wir mal herzhaft lachen können“, sagte eine Mutter, fügte dann aber gleich hinzu, dass der Nachwuchs den ganzen Tag unterwegs und deshalb zu müde gewesen sei.

Zwei befreundete Familien setzten sich gemeinsam vor die Leinwand. Mit dabei waren ein 15-jähriges und ein zwölfjähriges Mädchen sowie zwei neunjährige Kinder. „Die Pubertät setzt heute früher ein und ist deutlich heftiger“, schilderte die Mutter der Zwölfjährigen ihre Erfahrungen mit dieser Zeit, die sie als „anstrengend“ bezeichnete. Umso mehr freute sie sich darauf, den Film zu sehen, in dem dieses Thema auf unterhaltsame Weise und mit einer großen Portion Humor dargestellt wird. „Wir hoffen, dass wir uns alle in dem Film wiedererkennen“, so die Ludwigsburgerin.

„Man darf diese Phase nicht zu ernst nehmen, auch wenn das leider nicht immer gelingt“, so die Meinung eines Vaters, der sich ebenfalls in Begleitung seiner beiden Söhne, einer davon 15 Jahre alt, vor die Großleinwand setzte. „Ich bin hier, weil ich gespannt auf den Film bin“, sagte eine junge Frau, deren Kinder acht und sechs Jahre alt sind und noch einige Jahre Zeit haben, bis sie sich in das von Eltern und Lehrern gefürchtete Pubertier verwandeln. Auf den Inhalt des Films abgestimmt war der Cocktail, der am Samstagabend kredenzt wurde, der hieß nämlich „Crazy“.

Doch bevor die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Jan Weiler über die Leinwand flimmerte, sorgte der Animationsfilm „AlieNation“von Laura Lehmus aus dem Jahr 2014 für Heiterkeit. Basierend auf Interviews mit Teenagern gibt dieser halbdokumentarische Animationsfilm Einblicke in die Themen, die Teenager bewegen. Die Originaltexte werden Trickfiguren in den Mund gelegt, die wie Aliens aussehen. Die Zuschauer erhalten auf diese Weise einen Eindruck davon, was die Mädchen und Jungen in der Pubertät bewegt. Deren Gefühlswelt scheint – zumindest aus der Sicht von Erwachsenen – der von Außerirdischen zu ähneln.

„Den Personen im Film geht es wie Ihnen zu Hause“, richtete sich Mathias Braun, vom Sender Antenne 1 als Sponsor, an die zahlreichen Zuschauer. Jan Josef Liefers scheint auch aus ganz persönlichen Gründen für die Rolle des Familienvaters Hannes im „Pubertier“ geeignet zu sein. Schließlich, so Mathias Braun, sei er Vater von drei Kindern: einem Sohn im Alter von 20 Jahren sowie zwei Töchtern, die 15 und elf Jahre alt sind.

Leander Haußmann hat die unterhaltsamen Geschichten über Pubertierende und ihre nicht minder peinlichen Eltern auf die Leinwand gebracht. Neben ihm spielen Heike Makatsch, Detlev Buck, Monika Gruber und die 13-jährige Harriet Herbig-Matten als Pubertier Carla. Doch was ist schon das Verhalten der Jugendliche mit Zahnspangen im Mund, Pickeln im Gesicht und Smartphones in der Hand gegen das ihrer Eltern, die sich fast kindischer benehmen als ihr Nachwuchs?

Auch Vater Hannes tappt häufiger in Fettnäpfchen als seine heranwachsende Tochter. Wie heißt es so schon in dem Vorspann: „In der Erziehung gibt es kein richtig und kein falsch. Es gibt nur falsch.“Die Zuschauer haben jedenfalls einen unterhaltsamen Familienfilm gesehen, den man sich durchaus noch ein zweites Mal anschauen kann. Pubertiere wird es schließlich immer geben.

Marion Blum
06. August 2017
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