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KORNWESTHEIM

Guggenmusiker geben wieder Vollgas

Stelldichein der Guggenmusiker: Auf dem Kornwestheimer Marktplatz stieg am Montagabend das Guggen-Open-Air der Narren-Ober-Liga. Verstärkung kam aus dem Mutterland der Guggenmusik.

Die äußeren Bedingungen sind alles andere als optimal, als DJ Michael Meyle das Publikum mit Faschingshits vom Band auf die Guggenmusik-Gaudi auf dem Marktplatz einstimmt. Es ist bitterkalt, und die angekündigten Schneeschauer lassen nicht lange auf sich warten.

Das Publikum lässt sich freilich nicht beeindrucken und schunkelt sich schon mal in Stimmung. Auftritte von fünf Guggenmusikgruppen stehen auf dem Programm. Die Gastgeber von der Narren-Ober-Liga (NOL) Kornwestheim sind erst in der späten Sonntagnacht aus Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt. Die Schwaben haben am Oberhausener Fastnachtsumzug teilgenommen – vor ungewohnt großer Kulisse. „Nach offiziellen Angaben waren 110 000 Besucher da, die Stimmung war super“, zeigt sich NOL-Präsident Martin Türk begeistert. „Das sind schon ganz andere Dimensionen als bei uns.“

Neben der NOL stehen beim Guggen-Open-Air weitere Gruppen auf der Marktplatzbühne: Los Titzos aus Ditzingen, die Kocher-Fetza aus Aalen und die Guggamusigg Rommdreibr aus Rechberghausen. Zudem ist Verstärkung aus dem Mutterland der Guggenmusik am Start: Die Seifesüder sind aus dem schweizerischen Leibstadt nach Kornwestheim gekommen. Gastspiele in Deutschland sind für die Eidgenossen nicht ungewöhnlich, denn Leibstadt liegt direkt an der deutschen Grenze. „Uns trennt ja nur der Rhein“, sagt Trompeterin Melanie. Kaum Unterschiede gebe es zwischen den Faschingsbräuchen auf beiden Seiten des Rheins. Nur die Stadt Basel bilde eine Ausnahme. „Die dortige Fastnacht ist schon sehr speziell“, sagt Melanie.

Mit ungewohnten Bräuchen wurden die Seifesüder vor zwei Jahren auch bei einer Stippvisite in der Karnevalshochburg Köln konfrontiert: „Wir durften beim Umzug mitlaufen“, erinnert sich die Trompeterin. „Das war wirklich ein tolles Erlebnis.“ In Kornwestheim dagegen fühlen sich die Schweizer fast wie in heimischen Gefilden.

„Die kommen nur auf die Bühne, wenn das Publikum richtig gut drauf ist“, stachelt DJ Michael Mayle derweil das Publikum an. Nachdem es mit dem Applaus klappt, geben die Guggenmusiker denn auch gleich Vollgas und machen den frierenden Besuchern mit heißen Rhythmen Beine. Zum Auftakt überraschen die Gastgeber mit einer Version des Iron-Maiden-Klassikers „Run to the Hills“. Moderne Guggenmusik überwindet offensichtlich sämtliche Genregrenzen.

Frank Klein
12. Februar 2018
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