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Ludwigsburg

Extreme Hitze: Immer mehr mit Kreislaufkollaps

Foto: Ramona Theiss

Die andauernde Hitze setzt den Menschen zu. „Heute ist extrem viel los“, stellt Roland Kocher von der Ludwigsburger Rettungsleitstelle auf Nachfrage fest, der gestern zahlreiche Einsätze zu koordinieren hatte. Bereits vormittags mussten 15 Personen versorgt werden, drei in der Stadt Ludwigsburg, die anderen im Kreis von Ditzingen bis nach Marbach. Sonst sind es bisher im Tagesschnitt zwanzig wegen Kreislaufbeschwerden gewesen.

Alle, die wegen der Hitze kollabieren, werden nach einer Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht. „Wichtig ist, zu schauen, ob die betreffende Person ansprechbar ist“, so Kocher. Schatten ist in diesem Fall wichtig, auch ein Schluck Wasser hilft.

Eine Person ist an einer Bushaltestelle zusammengebrochen, ein Radfahrer hat kollabiert und war bewusstlos. Auch zu einem Einkaufszentrum musste ein Einsatz gefahren werden. „Wer etwas vorhat, sollte alles einen Schritt langsamer angehen“, rät der Leiter der integrierten Leitstelle.

Auch im Klinikum Ludwigsburg, wo man eigentlich mit einem weniger arbeitsintensiven Sommerloch gerechnet hat, ist mehr los als sonst. „Bei uns geht’s fast wie bei einer Grippewelle im Winter zu“, berichtet Julia Dürr. Die Patientenzahlen mit Kreislaufproblemen sind in den letzten drei Wochen nach oben geschnellt.

Ältere Patienten werden in der Regel auch stationär aufgenommen, um sie zu beobachten und sie medikamentös richtig einzustellen. Denn es gibt gerade für Ältere Medikamente, so die Referentin der Kliniken-Geschäftsleitung, die gestern die Pressearbeit übernahm, die dem Körper Wasser entziehen. Das kann für die betreffenden Personen gefährlich werden. Nierenversagen ist eines der Phänomene.

Die Kreislauf-Patienten werden größtenteils nur für einen Tag aufgenommen. Jüngere bleiben nur länger, wenn sie wirklich krank sind. Meist erhalten die Personen eine Infusion, um den Flüssigkeitsverlust durch die Hitze auszugleichen.

Dass sich die Situation in den letzten Tagen und insbesondere gestern so sehr zugespitzt hat, liegt wohl an der seit längerem andauernden Hitzewelle. „Das macht sich jetzt bemerkbar“, so Dürr. Sichere Erkenntnisse gibt es nicht. Die Ärzte im Klinikum raten, die Sonne zu meiden und ausreichend zu trinken. Körperlich sollte man sich eher schonen, bei den Temperaturen vor allem keine Extremsportarten ausüben.

Hans-Peter Jans
03. August 2018
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