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Bietigheim-Bissingen

Erste Ideen für das neue DLW-Areal

Mit der Bietigheimer Industriegeschichte haben sich 25 Stadtplanungsbüros in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. Denn die Produktionsanlage der Firma DLW soll in ein neues Quartier umgewandelt werden. Und das Unternehmen hat die Stadt lange geprägt. Das Besondere an den Plänen: Hier werden nicht nur Menschen wohnen, sondern auch arbeiten. Damit geht die Stadt das größte städtebauliche Projekt der nächsten zehn bis 15 Jahre an.

Der Sieger steht im November fest

Am Mittwoch wurden die sechs besten Entwürfe vorgestellt. Das Preisgericht hat die Ideen beurteilt und ihre Anmerkungen dazu gemacht. Damit gehen die Büros jetzt wieder an den Schreibtisch und werden bis zum Herbst nacharbeiten. Im November soll der endgültige Sieger gekürt werden. „Keine Idee passt zu 100 Prozent, das ist ganz normal so. Daher geht der Wettbewerb jetzt in eine zweite Runde“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing bei der Eröffnung der Ausstellung in den Marktplatz-Arkaden. Die Wettbewerber kommen aus ganz Deutschland, aus dem europäischen Ausland aber auch aus Stuttgart und Bietigheim.

Für die Bebauung des früheren DLW-Areals, heute Bogenviertel genannt, gilt es eine Reihe von Herausforderungen zu meistern. Die größte ist der Lärmschutz, schließlich wird das Quartier von einer stark befahrenen Bahnstrecke und einer Bundesstraße mit täglich rund 50 000 Fahrzeugen eingegrenzt. In diesem Punkt kommen die meisten Städteplaner zu ähnlichen Lösungen. Sie siedeln am Rande des Gebiets größere Gebäude an, in welchen Gewerbe angesiedelt werden soll. Diese Häuser dienen als Schallschutz. Im Inneren der Fläche ist dann Wohnbebauung vorgesehen.

Vorgegeben war, dass die Planer jeweils auf einer Bruttofläche von rund 70 000 Quadratmetern Wohnen und Arbeiten unterbringen sollen. Das gewerbliche Treiben besteht aus Dienstleistungen und kleinen Betrieben. Während die Büros und Geschäfte meist entlang der B 27 angeordnet sind, orientieren sich die lauten Betriebe in Richtung Bahndamm.

Die Verkehrserschließung erfolgt in der Regel über eine Kreuzung oder einen großen Kreisverkehr auf Höhe des Bietigheimer Bahnhofs.

Mit der Idee einer Werkssiedlung wird eine Idee aus dem 19. Jahrhundert aufgegriffen. Damals bauten große Unternehmen Wohnraum für ihre Arbeiter. Auf der einen Seite hatte die Menschen damit kurze Wege zu ihrem Arbeitsplatz, über die Werkssiedlung konnten die Firmen die Arbeiter aber auch kontrollieren.

Die Kontrolle der Arbeiterschaft steht heute nicht mehr im Vordergrund, die kurzen Wege zur Arbeit schon. Urbanes Leben soll auf dem Gelände einen Platz finden. Die Entwürfe und erste Umsetzungen sollen auch auf der Internationalen Bau-Ausstellung, der IBA, in der Region Stuttgart im Jahr 2027 vorgestellt werden. „Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Jetzt müssen die Siegerentwürfe der ersten Runde auch beweisen, dass sie funktionieren“, sagt Andrea Schwarz, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes.

Massive Blockbildung

Manche Entwürfe sehen rundum sehr hohe Gebäude vor, andere wollen durch eine massive Blockbildung möglichst viel Lärm aus dem Inneren heraushalten. Auch die Gestaltung der Wohnflächen ist sehr unterschiedlich, sie reicht von einem Teppich an kleinen Häusern bis zu großen, klotzigen Häusern, die das Quartier nochmals unterteilen.

Info: Alle 25 eingereichten Vorschläge sind noch bis zum 30. April in den Bietigheimer Marktplatz-Arkaden zu sehen. Am Mittwoch, 2. Mai, 18 Uhr, werden die Ideen in der Aurainhalle vorgestellt. Die Pläne gibt es auch im Internet unter www.bietigheim-bissingen.de.

Andreas Feilhauer
13. April 2018
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