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Hemmingen

Endlich ausgebrummt?

Von der Hälde in Hemmingen aus blickt man auf Firmengebäude und Lager – hört aber auch Lüftungsanlagen. Foto: Holm Wolschendorf

„Ich höre einen Brummton“, scherzte Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer unlängst in einer Gemeinderatssitzung, als er deswegen den Lautsprecher im Ratssaal neu regelte. Doch von seinem Zuhause in der Hälde aus hört er kein Brummen – im Gegensatz zu etlichen anderen Bewohnern der Häuser im östlichen Teil des Neubaugebiets über etliche Wochen hinweg. Seit es wärmer geworden ist, ginge das schon, wenn auch mit Unterbrechungen, so die Klagen von Anwohnern. Vor allem nachts waren die Belästigungen dem Vernehmen nach groß, als Urheber war rasch eines der beiden großen Unternehmen auf der gegenüberliegenden Hangseite in der Schlosshaldenstraße und eine Klima- oder Lüftungsanlage in Verdacht geraten.

Der Fall zog weite Kreise, über die sozialen Netzwerke und die Gemeinde hinaus. Denn einige Anwohner hatten das Landratsamt eingeschaltet, von dort hieß es noch im Juli, der mögliche Verursacher habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse „uns in Kürze vorgelegt werden“. Porsche selbst war aber auch noch anderweitig aktiv geworden, nachdem sich der Fokus immer mehr auf diesen Standort des Autobauers richtete, an dem die Entwicklung der Geländewagen beheimatet ist. Provisorisch habe man beschlossen, die gekühlten Lüftungsanlagen zwischen 22 und sechs Uhr auszuschalten, so eine Sprecherin. Ob diese aber tatsächlich verantwortlich seien, müsse man klären, hieß es im Juli. Dazu gehöre auch die Frage der Zuständigkeit, weil man das Gebäude erst seit April besitze, und sich noch in einer Übergangsphase befinde. Sollten die Geräusche von einer Anlage kommen, die schon vor dem Eigentumsübergang gelaufen sei und als Porsche noch Mieter war, sei der Vorbesitzer verpflichtet, an einer Lösung mitzuwirken, hatte es geheißen.

Doch einige der betroffenen Anwohner klagten auch danach noch über die Brummtöne, die nach einer gewissen Pause wieder zu hören seien. Und einige machten auch der Gemeindeverwaltung Vorwürfe. Sie sei zu lange untätig gewesen, obwohl es schon vor der Schaffung des Neubaugebiets Störgeräusche gegeben habe. Den Bürgermeister ärgert das, er verweist darauf, dass die Zuständigkeit nicht bei der Kommune liege, sondern eben beim Landkreis.

Und auch der war zwischenzeitlich aktiv geworden. Vergangene Woche sei das Landratsamt zu Besuch gewesen, so die Porsche-Sprecherin am Freitag, die nun nicht mehr von einem offiziellen Gutachten sprechen will. Zudem habe man auch einen Termin mit den Anwohnern gehabt und geklärt, dass die verdächtigte Anlage definitiv nachts und am Wochenende ausbleibt. „Wir hoffen, dass nun keine Geräusche mehr zu hören sind.“

Julia Schweizer
03. August 2018
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