Mittwoch, 24.10.2018, 0:45 Uhr
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Hoheneck

Ein Sommertag im Freibad

Ob man schwimmen, planschen oder einfach nur an einem schattigen Plätzchen chillen will: Das Freibad in Hoheneck mit Blick auf den Neckar ist an Sommertagen eine gute Adresse. Zu Fuß, mit dem Rad und mit dem Auto pilgern die Besucher Richtung Freibad. „Viele Dauerkartenbesitzer verbringen den ganzen Tag hier“, sagt Silvia Capalija. Die Freibadleiterin hat an diesem Tag gemeinsam mit zwei Rettungsschwimmern vom Beckenrand aus das Geschehen im Wasser im Blick.

Angesichts der hohen Temperaturen ist es an diesem Samstag erstaunlich leer. In dem 50-Meter-Becken ziehen einige Schwimmer ihre Bahnen. Im Nichtschwimmerbereich tummeln sich vor allem Familien mit Kindern und die Schwimmer, die lieber die Sicherheit eines nur 1,30 Meter tiefen Beckens spüren wollen. Doch genauso viele Menschen wie im Wasser aalen sich am Beckenrand in der prallen Sonne oder lassen die Beine im Wasser baumeln. Den Sonnenanbetern scheint die Hitze nichts auszumachen.

Reger Andrang herrscht an der gelben Wasserrutsche, die bei den Kindern hoch im Kurs steht. Gut besucht ist der Kleinkinderbereich, in dem der Nachwuchs in Begleitung seiner Eltern erste Erfahrungen mit dem kühlen Nass macht. Auf der angrenzenden Wiese haben einige Familien schattenspendende Strandmuscheln aufgebaut.

Silvia Capalija weiß genau, wann wer ins Bad kommt. Morgens von 6.30 bis 8 Uhr sind es die Frühschwimmer. Samstags kommen die meisten Besucher erst zur Mittagszeit, wenn sie ihre Einkäufe erledigt haben. Sonntags strömen die Massen dagegen deutlich früher, nämlich schon morgens ab neun Uhr, ins Freibad. Bei hohen Temperaturen hat auch das Bad länger geöffnet: „Liegt die Temperatur um 17 Uhr bei 30 Grad, wird die Öffnungszeit bis 20.15 Uhr verlängert“, sagt Silvia Capalija. Bis ihre Kollegen und sie die Tür zum Freibad abschließen können, dauert es allerdings noch. An Feierabend ist im mittäglichen Trubel allerdings noch lange nicht zu denken.

Auch für das kulinarische Angebot wird gesorgt: Direkt vom Freibad aus ist das Restaurant „Genuss im Grünen“ zugänglich. Eine feste Größe ist der Freibadkiosk, neben dem an diesem Tag der Grill qualmt: Hier werden Steaks und Fleischspieße gegart. Jack Khano aus Kornwestheim betreibt den Kiosk seit diesem Jahr und hat nicht nur das Speisenangebot geändert. Die Loungemöbel und die Sonnenschirme aus Stroh sorgen hier zusammen mit angesagter Musik für Urlaubsflair wie in einem Beachclub.

An der Bar mischt Jack Khano Cocktails mit und ohne Alkohol. Das neue Konzept kommt gut an. „Wir sind seit vielen Jahren regelmäßig hier, aber es war noch nie so geil“, sagt Rafael, der mit seinem Kumpel Tobi den Sommertag im Freibad verbringt. Das Essensangebot sei vielfältiger, die Wartezeit kürzer, sagen sie übereinstimmend. „Ich bekomme durchweg positive Rückmeldungen“, bestätigt Restaurantfachmann Jack Khano, der sich bisher über eine Supersaison freuen kann.

Wer den Trubel nicht mag, der findet schon in einigen Metern Entfernung Ruhe pur. Unter einem großen Baum hat es sich Belinda Gekeler mit ihrer Familie und einigen Freunden gemütlich gemacht und die Decken ausgebreitet. Während ihr Mann mit der jüngsten Tochter im Schatten döst, liest Jan Rößler ihrer Tochter Jana aus dem Bilderbuch „Ein Tag mit der Maus“ vor. Idyllischer geht es kaum. „Wir sind jetzt oft im Freibad, treffen uns mit Freunden hier“, sagt Belinda Gekeler. Ganz bewusst suchen sie den Bereich im äußeren Bereich in Richtung der Parkplätze auf. „Für einen Samstag ist es heute sehr ruhig hier“, findet die Mutter von zwei Kindern.

Schattenplatz bevorzugt: Das gilt auch für Christel König aus Freiberg. Sie sitzt auf einer Bank vor dem Umkleidebereich und liest einige Seiten in einem Buch. Das sieht ziemlich entspannt aus. Sie gehört zu den Frühschwimmern, die Tag für Tag ihre Bahnen ziehen, und zwar vom 1. Mai an bis die Freibadsaison endet. „Ich schwimme 20 Bahnen, ausschließlich auf dem Rücken“, erzählt sie. An manchen Tagen, so wie am Samstag, kommt sie sogar ein zweites Mal in der Mittagszeit, um sich gemeinsam mit einer Freundin im Wasser zu bewegen. Innerhalb weniger Tage, so findet sie, sei das Wasser deutlich wärmer geworden. Erfrischend findet sie es aber immer noch. Mit dem Parken kennt sich die Dauerkartenbesitzerin übrigens bestens aus: „Ich parke immer auf der Westseite, da ist auch später am Tag noch Schatten.“

An diesem Wochenende wartet das Freibad Hoheneck mit einem besonderen Angebot auf: Wem Schwimmen, Planschen und Relaxen irgendwann zu langweilig wird, kann an einer Yogastunde auf der Wiese neben dem Volleyballfeld teilnehmen. Denise Fink vom Jamadi Yogazentrum in Ludwigsburg lädt zu einer Übungsstunde unter freiem Himmel ein.

Marion Blum
06. August 2018
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