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Kreis Ludwigsburg

Drei Brücken in kritischem Zustand

Auf einer Skala von eins bis vier erhielten drei Brücken im Kreis eine Note von 3,5 oder schlechter, teilt das Verkehrsministerium mit. Von dem ungenügenden Zustand betroffen sind die Gumpenbachbrücke in Kornwestheim (3,7), die Neckarbrücke im Osten von Besigheim (3,5) und die Autobahnbrücke über den Neckar im Freiberger Ortsteil Beihingen (3,5). Bei der letzten Hauptprüfung, die bei jeder Brücke alle sechs Jahre stattfindet, haben sie erhebliche Mängel gezeigt. In ganz Baden-Württemberg sind 61 weitere Brücken in solch einem schlechten Zustand. Das sind weniger als ein Prozent der rund 9300 Brückenbauwerke im Bundesland.

An der Kornwestheimer Gumpenbachbrücke wurden bereits bei der Prüfung 2009 starke Schäden festgestellt, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Betroffen waren die Querspannglieder in der Fahrbahnplatte. Außerdem war der Beton stark von Chlorid belastet, was zu Löchern im Beton führen kann. Wegen des schlechten Zustands wurden im Juni 2010 Sofortmaßnahmen angeordnet: Verringerung der Fahrbahnbreite, Überholverbot für Lkw sowie eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 60 Stundenkilometer. Zeitgleich wurde mit den Planungen für einen Ersatzbau begonnen. Der Planfeststellungsbeschluss, der bei Baumaßnahmen im öffentlichen Raum notwendig ist, liege seit Ende 2016 vor, so das Regierungspräsidium. Ende dieses Jahres soll die Ersatzbaumaßnahme europaweit ausgeschrieben werden. Die Behörde geht davon aus, dass im zweiten Halbjahr 2019 mit dem Bau begonnen werden kann. Die Kosten des Ersatzneubaus belaufen sich nach aktuellen Berechnungen auf elf Millionen Euro.

Die Neckarbrücke in Besigheim führt über den Fluss ins Wohngebiet Neusatz. Diese Querung besteht aus zwei Teilen: der Wehr- und der Kanalbrücke. Die Wehrbrücke erfordert mit einer Zustandsnote von 3,5 eine Sanierung des Überbaus, also der Fahrbahnplatte und der Hauptträger. Auch die Schäden an der Kanalbrücke (3,0) erfordern einen Ersatzneubau. Außerdem soll es einen sicheren Weg über den Fluss für Fußgänger und Radfahrer geben.

Mit den Bauarbeiten an der Neckarbrücke wird jedoch voraussichtlich erst 2021 begonnen. Denn zuerst wird die Enzbrücke, die die B 27 in Richtung Walheim führt, saniert. Die Maßnahmen dort sollen im ersten Halbjahr 2019 starten und etwa zwei Jahre dauern. Ist die Enzüberquerung wieder in Betrieb genommen, kommt die Neckarbrücke an die Reihe. Zum jetzigen Zeitpunkt wird von Baukosten von mindestens acht Millionen Euro für die beiden Brücken, die über den Neckar führen, ausgegangen.

Die Neckarbrücke in Beihingen besteht auch aus zwei Teilen, die jeweils eine Fahrtrichtung der A 81 über den Fluss führen. An der Brücke in Richtung Heilbronn wurden bei der vergangenen Hauptprüfung Risse festgestellt. Nun wird erneut geprüft, wie sich die Risse entwickeln. Erst dann wird ein Konzept erstellt, was an der Freiberger Brücke saniert werden soll. Der Baubeginn steht noch nicht fest.

Sind die Maßnahmen abgeschlossen, gibt es eine erneute Brückenprüfung. Im gleichen Zug wird eine erneute Zustandsnote ermittelt. Eine, die hoffentlich besser ist als die jetzige.

Carolin Schneider
12. September 2018
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