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Ludwigsburg

Das alte Goethe strahlt bald in neuem Glanz

„Das ist ein fantastisches Schulgebäude geworden“, meinte der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried bei einer Besichtigung. Für den Ersten Bürgermeister ist das Goethe, wie es landläufig heißt, etwas Besonderes. Es sei immerhin das bedeutendste Bauprojekt in seiner jetzt elfjährigen Amtszeit, betonte Seigfried, der sich zusammen mit Baubürgermeister Michael Ilk und der Leiterin des städtischen Fachbereichs Bildung und Familie, Renate Schmetz, davon überzeugte, dass die Arbeiten im Zeitplan sind und einem Bezug der Schule nach den Sommerferien somit nichts mehr im Wege steht.

Gestemmt wird das 23-Millionen-Euro-Projekt in zwei Bauabschnitten, das heißt, zum neuen Schuljahr steht den Gymnasiasten der fertig sanierte Trakt an der Seestraße aus dem Jahre 1951 wieder zur Verfügung. Im Anschluss wird mit dem zweiten Bauabschnitt des 1957 erstellten Klassentrakts an der Alleenstraße begonnen. Er soll in zwei Jahren fertig sein.

Das Goethe-Gymnasium ist derzeit die größte Baustelle in der Innenstadt und das Vorhaben war von der Schule lange ersehnt worden, brauchte aber jetzt doch vom Grundsatzbeschluss des Gemeinderates bis zur Realisierung des ersten Bauabschnitts sieben Jahre.

Welches gestalterische Potenzial das Schulgebäude an der Seestraße besitzt, zeigt sich bereits von außen. Das Altrosa der Fassade ist verschwunden, das Gebäude erstrahlt jetzt in einem gedeckten Weiß. Die Fassadenkunst im Stil der 50er fügt sich ebenso in die neue Optik ein wie der bestehende Rundleuchter im Eingangsbereich. Das Gebäude wirkt jetzt auch von innen hell und modern, bewahrt aber gleichzeitig den alten Stil.

Da die Außenwände 50 Zentimeter dick sind, konnte nach Auskunft des zuständigen Sachbearbeiters beim Fachbereich Hochbau und Gebäudewirtschaft, Horst Fischer, der zusammen mit Abteilungsleiterin Gabriele Barnert durch die Räume führte, allein durch den Austausch der Fenster eine deutliche energetische Verbesserung erzielt werden. Die komplett neue Haustechnik samt Lüftung, Elektrik und Heizung sowie die Brandschutzmaßnahmen sind weniger augenfällig wie die gestalterischen Akzente.

Manchmal vereint sich aber auch Technik mit Gestaltung, wenn wie im Dachgeschoss die offene Holzkonstruktion und die Versorgungsrohre einen schicken Werkstattcharakter vermitteln. Der Musiksaal als Herzstück des Gymnasiums mit Schwerpunkt Musik bekommt mit Kugelleuchten, Akustikdecke und weißen hohen Wänden einen neuen Charme. Hier steht noch die Renovierung des Parkettbodens aus. Ein bereits fertig sanierter Musikraum im Dachgeschoss zeigt, welch inspirierende Wirkung eine gelungene Renovierung haben kann.

Die zu den Klassenzimmern führenden und die langen Gänge trennenden Eichenholztüren strahlen Wohnlichkeit aus, und die neuen Sanitärräume wirken modern und zeitlos. Die Klassenzimmer sind zweckmäßig und hell, unterrichtet wird vor allem mit Beamer-Projektionen und weißem Board. Kreidestaub sei bei den Schülern verpönt, weil er den Musikinstrumenten schade, informierte Horst Fischer, der außerdem auf einen zusätzlich geschaffenen, barrierefreien Eingang an der Seestraße verwies. Überdies wurde ein Aufzug an der Gebäudeseite zur Karlstraße hin angebaut. Neben den gestalterisch aufgewerteten Bereichen zum Musizieren überzeugen auch die naturwissenschaftlichen Räume mit zeitgemäßer technischer Ausstattung.

„Die Vorfreude auf die neuen Räume ist bei der Schule groß“, versicherte Sachbearbeiter Fischer. Ein weiterer Vorteil für das Gymnasium mit seinen derzeit über 700 Schülern: Da die Justinus-Kerner-Schule ausgelagert wurde, steht dem Goethe jetzt der gesamte Seestraßentrakt zur Verfügung, so dass die schlimmste Raumnot ein Ende hat, auch wenn das Gebäude an der Alleenstraße vorerst nicht zur Verfügung steht.

Wie bei allen anderen städtischen Investitionen im Bereich Bildung und Betreuung, gilt aber auch hier: Es wird mit steigenden Schülerzahlen gerechnet, laut einer Prognose sollen es zum Schuljahr 2021/22 knapp 900 Gymnasiasten am Goethe-Gymnasium sein.

Angelika Baumeister
11. August 2017
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