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Ludwigsburg

Das Frühjahr bringt die Bettler in die Stadt

In diesen Tagen sieht man wieder vermehrt Bettler in der Innenstadt. Archivfoto: LKZ

Das Frühjhar kommt und damit auch die Bettler. Im Stadtgebiet, insbesondere in der Innenstadt und im Bahnhofsbereich, sind derzeit wieder Menschen unterwegs, die um Geld bitten. „Das unaufdringliche Betteln ist grundsätzlich nicht untersagt“, sagt der Pressesprecher der Polizei, Peter Widenhorn. Eine ganze Gruppe indes, wie sie derzeit mit Männern, Frauen und Kindern in der Stadt beobachtet werden kann, ist etwas anderes. „Organisiertes Betteln ist ordnungswidrig, und betrügerisches Betteln erfüllt einen Straftatbestand.“

So wurden in letzter Zeit mehrere Angehörige der Gruppe von Terrassen oder aus Cafés verwiesen, weil sie die Gäste an den Tischen aggressiv um Geld anbettelten. In Ludwigsburg gab es in der Vergangenheit immer wieder Vorfälle dieser Art, häufig mit ganzen Familien aus Osteuropa. Da werden in Minutenschnelle die Plätze gewechselt oder die mitgebrachten Kinder ausgetauscht. Laut Polizei sind aber derzeit keine Anzeigen eingegangen.

Nicht nur in der Innenstadt, auch in den S-Bahnen häuft sich derzeit das Auftreten von Bettlern: Per Lautsprecher-Durchsage warnt die Deutsche Bahn (DB) S-Bahn-Fahrer in Stuttgart vor Bettler-Banden. „Diese Durchsagen schalten wir von Zeit zu Zeit anlassbezogen auf bestimmten Linien, wenn Betteleien vermehrt in Erscheinung treten“, sagte ein DB-Sprecher am Dienstag. „Sie sind ein Versuch, Reisende zu sensibilisieren.“

Auch an Haustüren werden Bürger vermehrt um Spenden aufgefordert. Zu den betrügerischen Sammlungen gehören Sammellisten inklusive Geldspenden für Hochwassergeschädigte, für Blinde oder für Sprach- und Hörbehinderte. Da ist laut Polizei Vorsicht angesagt, denn diese Sammlungen sind erlaubnispflichtig und werden von seriösen Organisationen nicht persönlich eingefordert. Auch bei sogenannten Demutsbettlern, die ein körperliches Leiden zur Schau tragen, steckt häufig nur eine Masche dahinter. Nicht selten, so die Polizei, werden durch Humpeln eine Behinderung oder durch Handzettel Stumm- und Taubheit suggeriert. Das gilt auch an der eigenen Wohnungstür. Hier warnt die Polizei vor Einbrechern: „Dann steht nicht mehr das Betteln im Vordergrund, sondern das Ausbaldowern von Häusern und Wohnungen.“ Die Polizei erteile aufdringlichen und aggressiven Bettlern Platzverweise und könne das durch aggressives Betteln erlangte Geld sicherstellen, so Widenhorn. Das setze allerdings entsprechende Anzeigen voraus, denn beim Anblick einer Uniform sind die Bettler schnell weg.

Die Tipps der Polizei:

Informieren Sie beim Auftreten von aggressiven Bettlern oder dubiosen Sammlern in jedem Fall die Polizei.

Achten Sie bei Straßensammlungen auf die ordnungsgemäß verschlossene Sammelbüchse und fragen Sie auch nach dem Sammlerausweis.

Verlangen Sie bei Haussammlungen den Nachweis der Genehmigungsbehörde. Bei Sammlungen für gemeinnützige Zwecke müssen der Veranstalter, die Genehmigungsbehörde und das Aktenzeichen des Genehmigungsbescheids genannt sein.

von janna werner
18. April 2017
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