Sonntag, 23.09.2018, 17:43 Uhr
keine Daten 25 °C
Ludwigsburg

Das Fest der Masken bricht alle Rekorde

Rund 55 000 Besucher haben am Wochenende die Venezianische Messe gefeiert und das Doppeljubiläum mit einem Besucherrekord gekrönt. Auch die Zahl der Kostümträger, die dieses Festival der Fantasie besucht haben, war noch nie so hoch wie in diesem Jahr: 1600 Frauen, Männer und auch Kinder nahmen bei schönstem Sommerwetter an dem Spiel mit der Maskerade teil.

Aus dem Marktplatz wurde drei Tage lang eine Piazza. Hektik kam nur dann auf, wenn sich Maskenträger blicken ließen: Dann wurden eilig Kameras und Handys gezückt.

Von Zahlen wollte der künstlerische Leiter, Rainer Kittel, gestern nicht viel wissen. Ihm gehe es um die kollektive Kreativität der beteiligten Künstler und das Gefühl von Entschleunigung, das sich bei den Besuchern beim Betreten des Marktplatzes einstelle, sagte er bei einem Pressegespräch. „Das war ein Genussrekord“, steht für Kittel fest, dem es vor 25 Jahren gelungen ist, dieses vor 250 Jahren von Herzog Carl Eugen begründete Fest wieder neu zu erfinden.

Bewusst werde bei diesem Event auf eine Moderation verzichtet und anders als auf einem Jahrmarkt die Attraktionen nicht angepriesen, so Kittel.

Topacts wie der Auftritt der niederländischen Gruppe Pi-Leau seien nur durch den Jubiläumsetat möglich gewesen, so Kittel. Die Künstler verwandelten den Marktplatz bei ihren Auftritten in eine Unterwasserlandschaft, in der auf spektakuläre Weise der Kampf Gut gegen Böse ausgetragen wurde.

Doch es waren auch die vielen kleinen, zufällig wirkenden Entdeckungen, die die Venezianische Messe zu etwas Besonderem machten. Ob auf der kleinen Bühne am Fischerhafen auf der Eber-hardstraße oder neben der evangelischen Kirche, auf den beiden Hauptbühnen oder mitten auf dem stimmungsvoll umgestalteten Marktplatz: Überall gab es etwas zu sehen, zu hören und zu bestaunen. Dafür sorgten die 30 Künstlergruppen mit ihren Darbietungen. Dass die Deutschen nicht gerne auf der Straße tanzen, ist seit Samstagabend nur noch ein Klischee. Nach dem vielbeachteten Auftritt des Orchesters der Bolschoi Oper Minsk mit Hits der Rock- und Popgeschichte schienen sich alle auf dem Platz im Walzertakt zu wiegen.

Auch Mario Kreh, Geschäftsführer von Tourismus & Events als Veranstalter, schwärmte von der „ganz besonderen Stimmung und den ganz besonderen Momenten“ der Venezianischen Messe. „Die Anziehungskraft reicht weit über den Landkreis hinaus“, zeigte er sich erfreut über viele Besucher aus ganz Deutschland und darüber hinaus, die allesamt die friedliche, fröhliche und entspannte Atmosphäre genossen hätten.

Auf dem Handwerkermarkt mit seinen 50 Ständen wurden Schmuck, historische Perücken und Kleidung ebenso angeboten wie Feinkost aus Bella Italia.

Marion Blum (Text) Und Ramona Theiss (Fotos)
09. September 2018
Impressum | Datenschutz