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Freiberg

Chinahaus soll bald wieder eröffnen

Das Chinahaus in Freiberg. Die offizielle Eröffnung wird laut Angaben der Besitzerseite nach den Sommerferien stattfinden. Archivfoto: Oliver Bürkle

Rund vier Jahre lang war der Zugang zum Chinahaus in Freiberg verrammelt und das Gelände bis auf ein kurzes kulturelles Zwischenspiel verwaist. Doch am vergangenen Sonntag kehrte erstmals wieder Leben ins Ming China Center ein. Die dreitägige Ausstellung „Chinesische Tuschemalerei“ war eine Art Vorpremiere für die offizielle Wiedereröffnung, die spätestens nach den Sommerfreien erfolgen soll.

„Die letzten Formalitäten im Zusammenhang mit der Insolvenz sind in Kürze erledigt und wir können dann die offizielle Wiedereröffnung planen“, erklärt Ingrid Mildenberger, persönliche Assistentin von Besitzer Ming Ze Schaumann, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Insolvenzverwalter und Gericht haben ihr Geld erhalten. Die Gläubiger haben den Vereinbarungen zugestimmt.“ Schaumann sei jetzt alleiniger Gesellschafter und im Vertrag als Erbbauberechtigter eingetragen.

Geschichte ein Auf und Ab

Seit das Chinahaus im Jahr 1995 gebaut wurde, ist seine Geschichte ein Auf und Ab. Im Mai 2011 nach aufwendiger Sanierung als Ming China Center GmbH wiedereröffnet, wurde es im Herbst 2014 völlig überraschend geschlossen. Schnell war das Zerwürfnis der drei Gesellschafter Ming Ze Schaumann, Rumliang Zhong und Jia Qui publik. Mutter und Tochter warfen Schaumann vor, sein Ehesprechen an Jia Qui – angeblich alleiniger Grund für ihre hohe Investition in die Sanierung des Chinahauses – nicht eingehalten zu haben. Ming Ze Schaumann beantragte seinerseits Insolvenz, weil er nach eigener Aussage als Geschäftsführer von den beiden Mitgesellschafterinnen keine detaillierten Informationen zur finanziellen Lage mehr erhalten habe. Die drei Gesellschafter trafen sich vor Gericht wieder. Im April 2016 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. „Es gab immer wieder neue Verzögerungen. Der Versuch, Einigkeit mit den Frauen zu erzielen, ist gescheitert. Und der Insolvenzverwalter hatte Interesse, das Gebäude zu verkaufen“, begründet Mildenberger, dass es nicht eher zu einem Abschluss kam. Rumliang Zhong und Jia Qui seien per Gerichtsurteil aus der Gesellschaft ausgeschieden. „Jetzt kann man über den Insolvenzplan neu starten“, hofft Mildenberger, dass die letzten Formalitäten bald erledigt sind. „Wenn es läuft, ist Ming Ze Schaumann offiziell Geschäftsführer.“

Eröffnung mit Bürgermeister

Für die Wiederinbetriebnahme des Restaurants müssen auch noch die Küche auf Vordermann gebracht und neue Geräte angeschafft werden. Dann soll die offizielle Wiedereröffnung stattfinden, bei der Schaumann auf jeden Fall auch Bürgermeister Dirk Schaible dabei haben möchte. Wie der Schultes auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, freue er sich, wenn das Chinahaus aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und wieder mit Leben gefüllt wird. Die Stadt habe immer nur sorgenvoll beobachten und zur Kenntnis nehmen, aber nicht aktiv eingreifen oder gestalten können.

Nach der Schließung des Restaurants und Bekanntwerden der Insolvenz hatten sich auch Besitzer noch nicht eingelöster Restaurantgutscheine bei unserer Zeitung gemeldet. Wie Mildenberger erklärt, hätten einige ihre Ansprüche in dem Verfahren angemeldet. Wer jetzt noch einen Gutschein besitzt, solle nach Wiedereröffnung ins Restaurant kommen und ihn einlösen.

Beate Volmari
09. Juli 2018
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