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Besigheim

CSG will internationaler werden

Mehr Unterricht in englischer Sprache: Das Christoph-Schrempf-Gymnasium möchte einen bilingualen Zug einrichten. Foto: Fotolia

Bereits Anfang 2012 hat das Christoph-Schrempf-Gymnasium (CSG) beim Regierungspräsidium Stuttgart den Antrag gestellt, am Schulversuch G 9 als bilingualer Zug teilzunehmen – erfolglos (wir berichteten). „Nach wie vor bin ich überzeugt, dass G 9 der bessere Weg wäre“, sagte Schulleiter Jörg Weisser am Dienstagabend im Gemeinderat. Dennoch: Es gehe weiter, und zwar sicher in die Richtung der internationalen Orientierung.

Gerade im Zuge der Globalisierung, so formuliert es die Stadtverwaltung, sei es förderlich, die Kommunikationsfähigkeit in verschiedenen Fachrichtungen frühzeitig zu sichern und auszubauen. Das wäre mit dem bilingualen Zug möglich (siehe zweiter Text). Auf die möglichen Risiken einer solchen Angebotserweiterung angesprochen, sagte Weisser, es gebe keine. Das Gymnasium in seiner jetzigen Form bleibe erhalten; es gehe darum, einen Zug zu erhalten. Und: Der Antrag auf Bilingualität schließe auf keinen Fall einen möglichen erneuten Antrag auf G 9 aus. Für Letzteres gebe es derzeit ohnehin keine Möglichkeit für eine Bewerbung. Ob Besigheim nun den Zuschlag bekommt, wird sich zeigen.

Die Lehrer stünden hinter dem Antrag. Gespräche mit den Eltern bestärkten Weisser und sein Kollegium darin. „Ich weiß von Eltern, dass der bilinguale Zug als attraktiv empfunden wird“, sagte der Rektor. Aber natürlich fiele mehr Unterricht für die Schüler an und: „Wir kennen alle die Diskussion um die Belastungen durch G 8.“ Aber es seien schließlich die Eltern, die ihr Kind für diesen Zug anmelden müssten. Bei einer zu großen Anzahl muss die Schule entscheiden, welches Kind daran teilnehmen kann. „Ich gehe davon aus, dass es eine Klasse geben wird, die muss aber eine normale Klassengröße haben.“ Sollten mehr Anfragen als Plätze vorliegen, gebe es verschiedene Möglichkeiten. Da an vielen Grundschulen bereits Englisch unterrichtet würde, könnte man vielleicht die Schüler auswählen, denen der Grundschullehrer einen bilingualen Zug zutraue.

Beim Gemeinderat gut angekommen ist, dass die Schule weder von einer Raum- noch von einer Etaterweiterung ausgeht, wenn sie den bilingualen Zug bekommt. Auch bezüglich der Lehrer macht sie sich keine Sorgen. Seit Jahren gebe es Kollegen, die über die Zusatzqualifikation für solch einen Unterricht verfügten.

Der Gemeinderat hat sich am Dienstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Stadt als Schulträger beim Regierungspräsidium einen Antrag für das mehrsprachige Angebot stellen soll. Einen konkreten Termin für den Start gibt es jetzt noch nicht, „da bin ich offen“, sagte Weisser. Der Antrag sei nicht auf das kommende Schuljahr formuliert, sondern grundsätzlich. „Wir könnten ad hoc loslegen, aber wenn sich die Genehmigung hinzieht, dann ist das auch in Ordnung“, erklärte der Schulleiter. Er verfährt hier nach dem Motto: „Lieber sorgfältig und etwas später als überstürzt.“ Die nächsten bilingualen Züge gebe es in Ludwigsburg, Vaihingen und Heilbronn. Dass es – sollte die Antwort auf Besigheims Antrag positiv ausfallen – einen deutlichen Schülerzulauf aus der weiteren Umgebung gibt, glaubt Weisser nicht; das zeigten die anderen Schulen, die den Zug bereits anbieten. Ohnehin liegt sein Fokus woanders: „Ich setze mich ein für Schüler aus unserer Region und aus den Gemeinden, aus denen die Schüler bisher kommen.“

Dorothee Kauer
17. Dezember 2014
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