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Schwieberdingen

Bürger sollen ihre Ideen einbringen

In den kommenden zehn Jahren wird die Deponie Am Froschgraben nach und nach stillgelegt. Am Samstag hatten Besucher die Gelegenheit, sich das Gelände zeigen zu lassen und an verschiedenen Ständen – vom Bogenschießen bis zum Boccia – mögliche zukünftige Freizeitangebote zu erkunden. Das Hauptaugenmerk lag darauf, Bürger für die Ideenwerkstatt zu gewinnen und Vorschläge zu sammeln, was später einmal mit dem Gelände geschehen soll. „Am Schluss ist aber die Gemeinde verantwortlich und muss das finanzieren“, betonte Jasmin Mendel, Pressesprecherin der Abfallverwertungsgesellschaft (AVL) des Landkreises Ludwigsburg. Durch die gesammelten Wünsche, sowie einen Bürgerworkshop am 3. und 4. Juli, will die AVL zumindest beim Zusammentragen der Ideen mitwirken und übernimmt die Kosten der Bürgerbeteiligung mit bis zu 25 000 Euro. „Es ist dann auch möglich, auf die Wünsche der Gemeinde einzugehen und das Gelände entsprechend zu modellieren“, sagte Mendel. Wenn also eine Sommerbobbahn am Froschgraben entstehen soll, könnte die AVL die Hügel passend gestalten. Bei der Finanzierung der Vorschläge spielt der Kreis aber den Schwieberdingern allein den Ball zu.

„Ich sehe nur Positives darin, wenn die Fläche den Bürgern wieder zur Verfügung gestellt wird“, sagte ein interessierter Schwieberdinger. 15 Hektar könnte das Naherholungsgebiet groß werden. Er sieht auf dem Gelände zukünftig vor allem kulturelle Veranstaltungen, Open-Air-Konzerte oder Wandermöglichkeiten. Ideen wie eine Moto-Cross-Strecke lehnt der Schwieberdinger eher ab, weil sie nicht zum Naturerlebnis passen. Wichtig sei auch, die vorhandene Infrastruktur weiter zu benutzen. Geeignete Flächen zum Parken seien schon da und Straßen, die teils als Wanderwege mitbenutzt werden könnten. Kritisch sah der Bürger, dass ein 23 Hektar großes, neues Industriegebiet bei Schwieberdingen entstehen soll. Warum nicht die Fläche der Deponie nutzen?

„Wir können nicht genau sagen, wann welche Flächen erschlossen werden“, erklärte Jens Van Helt, der Betriebsleiter der Deponie. Diese fehlende Planungssicherheit verhindere, hier ein Gewerbegebiet zu bauen. Zudem sei der Boden nicht für Firmen und Fabriken geeignet. Auch Van Helt selbst sieht den Froschgraben als Ort für Open-Air-Theater, schulische Veranstaltungen oder Festivals. „Es ist aber auch wichtig, dass wir die Belange der Bauern berücksichtigen.“ Ein großer Teil des Geländes soll später wieder der Landwirtschaft zur Verfügung stehen.

„Ich denke, man sollte Blühflächen für Bienen anlegen“, sagte der Imker Florian Schimpf. Mehr als 400 Arten gibt es in Deutschland und gerade Wildbienen „sind auf ganz bestimmt Pflanzen angewiesen“. Die könne man aussäen und den Insekten ein Blütenmeer anbieten. Schimpf kritisierte mit Blick auf die Veranstaltung, dass die Wiesen mit hohen Gräsern und Blumen „womöglich nur für den Tag der offenen Tür“ gemäht wurden.

Sebastian Grosshans
10. Mai 2015
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