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Freiberg

Baustelle Lugauf-Sportplatz: Leichtathletikbereich dioxinfrei

Als in den 1990er Jahren herauskam, dass Kieselrot mit Dioxin belastet ist, mussten viele Kommunen handeln. Denn die rote Schlacke war in den 1950ern und 1960ern ein beliebter Belag für Sportplätze. Damals gab es zwei Möglichkeiten: die Beseitigung oder die Abdeckung des Bodens.

Freiberg entschied sich für die zweite Variante. Jetzt musste sich die Gemeinde allerdings erneut mit der Altlast befassen. Denn in Geisingen will sich die Firma Teamtechnik auf dem Gelände des Discounter Penny erweitern. Der Supermarkt soll daher neben den Lugauf-Sportplatz verlegt werden. Dafür wurde auf der westlichen Seite die Zuschauertribüne abgerissen, die im Ostbereich wiedererrichtet werden soll. Von den Bauarbeiten waren auch Abschnitte betroffen, unter denen das dioxinhaltige Kieselrot schlummert.

„Bei der Sanierung wurde daher die Abdeckung heruntergenommen und mehrere Schichten abtragen“, erklärt Reinhold Grünenwald, Abteilungsleiter Tiefbau der Stadt Freiberg. „Diese waren unterschiedlich stark mit Kieselrot belastet. Wir mussten 1,20 Meter in die Tiefe gegangen“, sagt Grünenwald. Über zwei Monate dauerten die Arbeiten, da mehrmals nachgegraben werden musste. Gleichzeitig fielen jedoch die Kosten geringer aus als erwartet. Im Haushalt hatte die Stadt 500 000 Euro für die Arbeiten angesetzt. Letztlich kostete die Sanierung 300 000 Euro. „Wir hatten die Kosten bewusst hoch angesetzt, weil nicht bekannt war, wie weit man nach unten graben muss“, sagt Grünenwald. Das dioxinhaltige Material wurde in einer Halle in Heilbronn zwischengelagert und überprüft. „Das Kieselrot selbst wurde direkt zur Verbrennungsanlage gebracht.“

Den Bauarbeiten fielen auch einige Birken auf der Westseite des Sportplatzes zum Opfer, deren Wurzeln in den belasteten Boden ragten. „Es sollen neue Bäume hinkommen“, sagt Grünenwald.

Jetzt lauert das giftige Kieselrot nur noch unter dem Hartplatz. In der Gemeinderatsitzung im Juli wurde beschlossen, diesen Bereich erst anzutasten, wenn er erneuert werden muss (wir berichteten).

Der nächste Schritt der Sanierungsarbeiten sieht die Planung des Zuschauer- und Vereinsbereiches auf der Ostseite des Sportplatzes vor (siehe Foto). „Wir wollen das noch in diesem Herbst hinbekommen“, kündigt Grünenwald an. Insgesamt wurden für den Bereich weitere 100 000 Euro veranschlagt.

Die Freiberger TuS-Abteilung Fußball kann es kaum abwarten. „Wir konnten auch trainieren, als das Kieselrot abgetragen wurde, aber die Spiele mussten wir verlegen. Jetzt können wir wieder uneingeschränkt kicken“, sagt Abteilungsleiter Michael Ruthardt. „Es wäre gut, wenn wir schnell eine Alternative zur alten Tribüne bekommen“, hofft Ruthardt. Zudem müssen die Fußballer im Moment noch auf zwei Container als Lagerraum und zum Verkauf zurückgreifen.

von Martina Kütterer
21. August 2015
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