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Ludwigsburg

2020 wieder ein Landesturnfest

So könnte es im Mai 2020 wieder in Ludwigsburg aussehen: 1993 gastierte das letzte Landesturnfest in der Barockstadt. Damals gab es einen Umzug, hier am Rathaus vorbei.Archivfoto: Zeller

Die 70. Auflage des Landesturnfestes wird in Ludwigsburg stattfinden. Der Sozialausschuss hat zugestimmt, dass sich die Stadt um die Ausrichtung bewerben soll. „Damit ist klar, dass es auch klappt“, erklärt der Präsident des Schwäbischen Turnerbunds (STB), Wolfgang Drexler. Denn der Bund sucht stets gezielt das Gespräch mit einer Stadt. „Wir verhandeln mit Städten, von denen wir denken, dass es gut wäre, dort hinzugehen“, so Drexler.

Erstmals fand das Landesturnfest in Ludwigsburg 1863 statt. Seitdem war die traditionelle Veranstaltung fünfmal zu Gast in der Barockstadt – zuletzt im Juni 1993 mit 18 000 Teilnehmern. Ludwigsburg steht also 2020 wieder eine Megaveranstaltung bevor. „Die Stadt wird drei bis vier Tage zur Bewegungshochburg Süddeutschlands“, so der Präsident. 15 000 Sportler aus dem Spitzen- und Hobbybereich strömen dann in die Stadt. Über 200 Wettkämpfe werden in diversen Sportstätten ausgetragen, von baden-württembergischen Meisterschaften im Gerätturnen, Trampolin und der Rhythmischen Sportgymnastik bis hin zu Faustball und Indiaca. Alle 20 Sportarten, die im Verbund vertreten sind, sind dabei. Die Teilnehmer sind zwölf bis 99 Jahre alt. Untergebracht werden sie in Schulen, die zu Gemeinschaftsquartieren umfunktioniert werden.

„Wir kommen aber nicht nur mit unseren Sportlern, wir machen auch Angebote für die ganze Stadt“, sagt Drexler. Viele Mitmach-Aktionen, Aufführungen von Showgruppen und Konzerte erwarten die Besucher. Die Ausgestaltung variiert von Landesturnfest zu Landesturnfest, sagt Drexler. Manchmal finden ein großes Fest und ein bunter Umzug statt. Im Mittelpunkt stehe die Gemeinschaft.

Die Vorbereitungen für das Großevent laufen bereits. „Sobald wir wissen, dass eine Stadt das macht, beginnen die Planungen“, sagt Drexler. Die Stadtverwaltung, örtliche Vereine und der Turnerbund stemmen das Event gemeinsam.

Aus Sicht des Stadtverbands für Sport ist das Landesturnfest eine Möglichkeit für Ludwigsburg, sich als „offene, gastfreundliche und bunte Sportstadt“ zu zeigen. Der Verband sieht das Fest „als große Chance für unsere Stadt und ihre Vereine.“ Auch die Vereine freuen sich über die „großartige Veranstaltung“, habe eine Umfrage des Verbands ergeben. Sie wollten sich in die Organisation einbringen und Helfer stellen. Insgesamt werden für das Fest 1600 ehrenamtliche Helfer benötigt.

„Es wird ein tolles, langes Wochenende“, sagte Raphael Dahler, Leiter des Fachbereichs Sport und Gesundheit, im Sozialausschuss. Dass sich Ludwigsburg um die Ausrichtung bewirbt, war aber zunächst nicht klar. Die Stadt hatte Bedenken wegen des Zuschusses. In einer nichtöffentlichen Sitzung im März 2016 lehnten die Stadträte eine Bewerbung ab, weil die Kosten von 700 000 Euro für die Stadt zu hoch gewesen wären. Es folgten lange Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Schwäbischen Turnerbund. Schließlich lag die Zuschusshöhe noch bei 300 000 Euro. Zuzüglich anfallender Personalkosten muss Ludwigsburg 400 000 Euro zahlen. Es bestehe aber die Möglichkeit, durch regionale Sponsoren wieder Geld hereinzubekommen, so Dahler im Ausschuss.

Bei den Kosten konnten die Stadträte mitgehen, nur Oliver Kube (Ökolinx) und Johann Heer (FDP) enthielten sich. „Wenn andere feiern wollen, können sie das tun, aber nicht auf Kosten der Stadt“, sagte Heer. Sonst war der Zuspruch groß. „Ich freue mich – auch auf das Rahmenprogramm“, sagte Gabriele Seyfang (CDU). „Die Stadt hat ja etwas davon. Die Besucher sind in Hotels, gehen einkaufen und essen“, sagte Elfriede Steinwand (Grüne). „Es ist eine super Veranstaltung. Wichtig ist mir, dass die Vereine mitmachen“, betonte Reinhardt Weiss (Freie Wähler). Auch Hubertus von Stackelberg (SPD) meinte, dass eine Beteiligung der Vereine wichtig sei. „Ohne deren Mitwirken würde nichts gehen. So können wir dazu stehen und denken, dass es ein großes Fest wird.“

Martina Peao
05. Dezember 2017
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