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Ludwigsburg

„Verärgert über Blockadehaltung“

Busfahren soll billiger werden, doch bisher werde nur geredet, kritisieren die Ludwigsburger Sozialdemokraten. Archivfoto: Ramona Theiss

Seit mehr als zwei Jahren versuchen die Sozialdemokraten, die Einführung eines günstigen Tickets für alle Busbenutzer innerhalb des Stadtgebiets zu erreichen, teilt die Fraktion in einer Presseerklärung mit. „Wir sind mit dem Wunsch nach einem 1-Euro-Ticket für eine Fahrt gestartet, haben dann akzeptieren müssen, dass wir mit einem 1,50-Euro-Ticket beginnen“, so Daniel O’Sullivan. Dies sei trotz allem ein vernünftiger Preis, um das Busfahren attraktiver zu gestalten.

Dieser Vorschlag fand, wie die SPD betont, im vergangenen Dezember die große Unterstützung des gesamten Gemeinderats. Die Einführung des Ludwigsburg-Tickets zum 1. Juli 2018 sei einstimmig beschlossen worden und im Haushalt wurden als städtischer Zuschuss 300 000 Euro dafür eingestellt.

„Lediglich die Verwaltung scheint gar kein Interesse an einem verbilligten Ticket für unsere Bürger und Bürgerinnen zu haben“, ärgert sich Fraktionsvorsitzende Margit Liepins. „Es war ein sehr mühsamer Weg in den letzten zwei Jahren. Trotz breiter Unterstützung aus dem Gemeinderat bedurfte es mehrerer Anträge, da die Verwaltung das Thema nicht weiterverfolgen wollte.“

Derzeit sei Oberbürgermeister Werner Spec in Presse, Funk und Fernsehen unterwegs, um für seinen breitgefächerten Maßnahmenkatalog zur Feinstaubreduzierung zu werben. Zu diesem Maßnahmenkatalog gehören auch Verbesserungen beim ÖPNV, wie Busbeschleunigungsmaßnahmen, Anschaffung von Elektrobussen und attraktive Fahrpreise.

Darüber zu reden, scheint doch viel einfacher zu sein, als zu handeln, so die SPD, denn gleichzeitig teilte Baubürgermeister Michael Ilk in der Gemeinderatssitzung ganz nebenbei mit, dass die Einführung des verbilligten Stadttickets frühestens 2019 erfolgen könne, Schuld sei der VVS.

„Der VVS hat in Herrenberg und Marbach bereits verbilligte Stadttickets eingeführt, auch bei Feinstaubalarm in Stuttgart gibt es verbilligte Tickets, es ist beim VVS also genügend Erfahrung vorhanden, wir geben uns mit solch fadenscheinigen Argumenten nicht zufrieden“, stellt Ulrike Faulhaber klar.

Die SPD-Fraktion besteht mit einem weiteren Antrag auf die Einführung des Ludwigsburger Stadttickets zum 1. Juli 2018. „Dies ist wieder mal ein Beispiel, wie schwierig es ist, einen sogar einstimmigen Beschluss des Gemeinderats gegen eine völlige Blockadehaltung der Verwaltung durchzusetzen“, so die Fraktionsvorsitzende Margit Liepins. (red)

07. März 2018
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