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„Ein Leuchtturm für die Bildung“

BSZ-Schulleiter Stefan Ranzinger, Andrea Theile-Stadelmann (Carl-Schaefer-Schule), Landrat Rainer Haas und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (von links) geben den Startschuss für die Lernfabrik 4.0. Foto: Alfred Drossel

„Wir sind die Roboter“ tönt es aus den Lautsprechern in der Aula der BSZ und einige Schüler demonstrieren in einem Roboterballett, wie man sich die automatisierte Fertigung noch vor wenigen Jahren vorgestellt hat. Am BSZ ist man schon weiter. „Hier ist ein Vorzeigeprojekt für die berufliche Ausbildung entstanden“, lobt die Ministerin. An der Fertigungsstraße können die Schüler praxisnah lernen, wie die Zusammenarbeit von Robotern und Mensch bei der industriellen Fertigung funktioniert. In der Lernfabrik 4.0 wird eine digitale Industrie-Prozesskette von der Entwicklung über die Fertigung, Montage und Materialfluss bis hin zur Auftragsentwicklung eines Unternehmens realitätsnah für die Aus- und Weiterbildung abgebildet. Die von der Freiberger Firma Teamtechnik entwickelte Fertigungsstraße ist mit hochinnovativen Technologien ausgestattet, die bald in jedem produzierenden Unternehmen zu finden sein werden. So ist ein sogenannter kollaborierender Roboter integriert, der mit dem Menschen Hand in Hand zusammenarbeitet. Außerdem kommt ein hochmoderner Markierungslaser zum Einsatz.

„Die intelligente, flexible Fabrik der Zukunft braucht ein optimales Zusammen-spiel von Mensch, Technik und Organisation“, so Hoffmeister-Kraut. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen benötigten bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter und des Fachkräftenachwuchses Unterstützung. „In der Lernfabrik 4.0 wird das abstrakte Konzept von Industrie 4.0 für Schülerinnen und Schüler fassbar gemacht“, sagte die Ministerin. Sie lobte das Engagement des Landkreises, der sich sofort für die Idee begeistert und das Projekt auf den Weg gebracht habe. Innerhalb von zwei Jahren sei das Vorhaben entwickelt, die notwendigen Kosten von 1,2 Millionen Euro finanziert und die Lernfabrik aufgebaut worden. Damit ist Ludwigsburg eine von insgesamt 16 Lernfabriken in ganz Baden-Württemberg.

„Der Landkreis hat die Zeichen der Zeit und den Umbruch durch das 4.0-Industriezeitalter – auch für die mittelständisch geprägte Industrie im Landkreis Ludwigsburg – schon lange erkannt“, sagte Landrat Rainer Haas. Die Lernfabrik sei für die berufliche Ausbildung im Landkreis ein weiterer großer Schritt in die digitale Arbeitswelt. „Auszubildende und Teilnehmer an Weiterbildungskursen werden ideal auf die Anforderungen der Industrie für Nachwuchs und Beschäftigte vorbereitet.“ Gleichzeitig werde ein regionaler Ort geschaffen für die Demonstration von typischen Prozessen in der Produktion der Zukunft. Es sei sozusagen ein Showroom für die Industrie im Kreis. „Die Lernfabrik unterstreicht damit auch die hohe Standortqualität des Landkreises“, so Haas. Die Beruflichen Schulen hätten, so der Chef der Kreisverwaltung weiter, von jeher einen hohen Stellenwert beim Landkreis als Träger dieser Bildungseinrichtungen.

BSZ-Rektor Stefan Ranzinger hat mit der Lernfabrik 4.0 ein individuelles Lernzentrum geschaffen, in dem die jungen Menschen „optimal auf die berufliche Zukunft vorbereitet werden“. „Vielleicht gelingt es uns, hier ein schwäbisches Mini-Silicon-Valley zu starten“, so Ranzinger weiter. „Wir wollen der Industrie 4.0 ein Gesicht geben“, sagte der BSZ-Rektor, dessen Schule bei dem Projekt mit der Carl-Schaefer-Schule Ludwigsburg zusammenarbeitet. Um den Erfolg zu garantieren, appellierte er an die Landesregierung, genügend Lehrer bereitzustellen.

Info: Tag der offenen Lernfabrik 4.0, Samstag, 7. Oktober, 10 bis 15 Uhr

Stephan Wolf
04. Oktober 2017
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