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Ludwigsburg

Zwei Monate lang Großreinemachen

Seit Mitte Februar sind die Bademeisterin und ihre vier Mitarbeiter wieder jeden Tag im Einsatz – wobei Katrin Schulze auch in den freien Wintermonaten wöchentlich nach „ihrem Bad“ schaut und die Technik überprüft. Eigentlich haben die Freibadmitarbeiter aber von Dezember bis Mitte Februar frei, sie nehmen in dieser Zeit ihren Urlaub und bauen Überstunden ab.

Los geht es also erst einmal mit den klassischen Gärtnerarbeiten: Laub harken, Beete ausputzen, Rosen schneiden, Rasen mähen. Das nötige Wissen dazu eignet man sich im Laufe der Jahre an, erklärt die Bademeisterin. Die Palmen, die mit dem Kran in den leicht beheizten Technikraum befördert wurden, werden wieder in die Sonne gestellt. „Dieses Jahr werden wir sie wahrscheinlich in der Wärmehalle überwintern“, so Schulze. Gut zwei Wochen sind alle mit den Gartenarbeiten beschäftigt.

Anfang März werden die Rutschen und die Beckengänge mit dem Hochdruckreiniger geputzt, Mitte März wird dann das Wasser aus den Becken gelassen. „Über den Winter bleibt das Wasser im Becken als Frostschutz, sonst würde auch der Boden nach oben gedrückt“, erklärt Schulze. Nach dem Winter ist das Wasser voller Laub und Algen, ist richtig grün. Eine Woche dauert es, bis das Wasser im großen Sportbecken abgelassen ist. Mit Hochdruckreiniger werden dann die vier Becken vorgereinigt und dann mit speziellen Bäderreinigern, Schrubber und Pads auf Hochglanz gebracht. „Da wird viel mit Säure gearbeitet, um den Kalk zu entfernen“, so Schulze. Drei Leute sind mit den Becken damit beschäftigt, der Rest ist weiter mit Gartenarbeiten beauftragt.

Ende März kommt der Fliesenleger, um die kaputten Fliesen auszutauschen. Da dieses Jahr der Winter zeitweise sehr kalt war, sind viele Fliesen beschädigt. Die Bademeisterin rechnet mit Kosten in Höhe von mindestens 30 000 Euro. Parallel arbeitet der Maler. Das Wickelhaus wurde zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder gestrichen, die Matschrinne muss eigentlich jedes Jahr neu gestrichen werden. Der Schlosser richtet die Zäune, die sich verbogen oder Löcher haben. „Kinder klettern da immer wieder.“ Der Zimmermann hat außerdem das Ökohaus des Deutschen Roten Kreuzes gerichtet. Außerdem kommen verschiedene Firmen, um die Technik wie Wellenmaschine, Chlorgasanlage und Schaltschränke zu warten. Auch die Kassencomputer müssen überprüft werden. Die Bademeisterin selbst kennt sich ebenfalls in der Technik aus. „Man muss eigentlich jede Leitung und jede Klappe kennen, um alles bedienen und schnell reagieren zu können“, sagt sie.

Gestern hatte Katrin Schulze Personalschulung, dann wird nochmals das Sportbecken geputzt, da der Fliesenleger fertig ist. Dann kann das Sportbecken mit Wasser gefüllt werden. Rund vier Tage braucht es, bis das Becken mit 2000 Kubikmeter Wasser gefüllt ist. Alle Becken werden übrigens aus dem Steinheimer Riedbrunnen gespeist, nur für die Duschen wird Fremdwasser verwendet. Eineinhalb Tage dauert es, bis das Nichtschwimmerbecken voll ist, einen Tag dauert das Wellenbecken. Sobald das Wasser im Becken ist, wird die Chlorgasanlage in Betreib genommen, eine Woche vor Eröffnung auch die Heizanlage. Das Sportbecken wird auf 23 Grad geheizt, das Nichtschwimmerbecken auf 26 Grad. „Vergangenes Jahr hat es vor der Eröffnung noch geschneit, da kamen wir nicht nach mit heizen“, erinnert sich Schulze. Rund 20 000 Kubikmeter Wasser werden in der Saison benötigt, jeden Tag werden rund 35 Kubikmeter frisches Wasser in die Becken geleitet.

In der Woche vor der Eröffnung am 29. April werden noch die Duschen und Umkleiden geputzt, Haken müssen montiert werden, ebenso werden die Sonnenliegen und Bänke geschrubbt, die Mülleimer aufgestellt. Auch muss Schulze dafür sorgen, dass genügend Reinigungsmittel, Klopapier oder Chlorgasflaschen da sind und bei Bedarf nachbestellen. „Im Laufe der Jahre entwickelt man da eine Routine“, sagt Schulze, die bereits seit 1991 im Wellarium beschäftigt ist. Als letzte Amtshandlung wird Schulze am Freitag vor der Eröffnung am Samstag noch den Aufsichtsraum und die Büros putzen. Dann kann es losgehen und Katrin Schulze tauscht ihre Arbeits- gegen die Badehose ein.

Info: Der Vorverkauf für Saisonkarten hat schon begonnen in den Rathäusern Murr, Steinheim, Benningen, Erdmannhausen, Kirchberg, Marbach und Pleidelsheim. Im Wellarium findet der Vorverkauf ab 22. April täglich von 11 Uhr bis 17 Uhr und vom 29.4. bis 31.5 zu den Öffnungszeiten statt.

Patricia Rapp
12. April 2017
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