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Ludwigsburg

Zeit, dass bald was blüht

Es war im September 2014, als in Ludwigsburg erstmals wieder der Gedanke an eine Landesgartenschau laut ausgesprochen wurde. Dieser stieß allerorten auf offene Ohren, zumal die Idee einer Landesgartenschau in der Stadt nicht völlig neu war. Bereits 1997 hatte sich Ludwigsburg als Austragungsort beworben, war aber mit der Bewerbung gescheitert.

Inzwischen sind gut zweieinhalb Jahre vergangen. Wir haben nachgefragt, wie es denn nun konkret aussieht mit einer Landesgartenschau in Ludwigsburg.

Die Bewerbung

Noch gibt es keine offizielle Bewerbung aus Ludwigsburg. Die Ausschreibung wird nach Mitteilung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg Mitte des Jahres starten. „Die Städte haben dann fünf Monate Zeit, sich zu bewerben“, sagt Pressesprecherin Isabel Kling.

Konkrete Planungen hat die Stadtverwaltung noch nicht ausgearbeitet. „Uns fehlen noch Informationen“, so Baubürgermeister Michael Ilk. Die gebe es erst mit der Ausschreibung. Und erst dann könne man in eine Gartenschau-Planung einsteigen. Bis zur Jahresmitte sollen aber immerhin „Ideenskizzen“ angefertigt werden, die dann vertieft werden sollen. Ilk geht davon aus, dass ein Wettbewerb mit Fachbüros ausgelobt wird.

Sehr viel Zeit steht dafür nicht zur Verfügung. Denn schon Anfang 2018 soll eine „Bewertung der Bewerbungen vor Ort durch eine Fachkommission erfolgen“, teilt das Ministerium auf Anfrage mit.

Das Konzept

Wirklich Konkretes über eine mögliche Landesgartenschau in Ludwigsburg gibt es bislang noch nicht. Zwei Dinge jedoch werden immer wieder genannt, wenn das Thema zur Sprache kommt: Eine Vernetzung der Grünflächen, ähnlich einem grünen Ring, rund um die Stadt sowie die Untertunnelung der B 27 zwischen Blühendem Barock und Innenstadt. „Das Thema brennt“, sagt Ilk. Er bezeichnet den heutigen Zustand als „unwürdig“ für eine Stadt wie Ludwigsburg. „Ein Überwinden der Achse B 27 muss drin sein.“

Damit spricht er Oberbürgermeister Werner Spec aus der Seele, der bekanntermaßen schon seit Jahren von einer Untertunnelung der B 27 im Bereich zwischen Stern-Kreuzung und Heilbronner Straße (Esso-Tankstelle) träumt. Mit einer Landesgartenschau im Rücken würde die Stadt Mittel aus der Städtebauförderung und des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes bekommen, und das wäre bei einem Investitionsvolumen von geschätzten 100 bis 150 Millionen Euro ein nicht ganz unwesentlicher Aspekt. Schwäbisch Gmünd übrigens hat mit der Landesgartenschau 2014 ein städtebauliches Großprojekt Wirklichkeit werden lassen: die Untertunnelung der B 29.

Die Akteure

Der Gemeinderat war sich in den Haushaltsberatungen Ende 2016 einig: Die Stadt soll ein Konzept für eine Landesgartenschau entwickeln. Die Grünen betrachten das zwar als Luxusthema, haben aber nichts dagegen, wenn an den brennenden Verkehrsfragen weitergearbeitet wird. Die Freien Wähler waren von der Idee so angetan, dass sie am liebsten eine Bundesgartenschau hätten. In Summe herrscht also Konsens. Allein die Höhe des Geldes, das man für eine Planung bereitstellen möchte, ist noch nicht ausdiskutiert. Von 250 000 Euro sprach Baubürgermeister Ilk bei den Haushaltsberatungen, woraufhin beim ein oder anderen Stadtrat das Blümchen der Begeisterung schnell wieder den Kopf hängen ließ. Bis heute ist nicht abschließend entschieden, wie viel Geld für die Planung ausgegeben werden darf.

Der Zeitplan

Die Wahl, welche Stadt eine Landesgartenschau ausrichten darf, trifft der Ministerrat. Laut Isabel Kling wird bis Mitte 2018 mit einer Entscheidung gerechnet. Dann geht es um die Gartenschauen ab dem Jahr 2026.

Das Jahr 2017

In diesem Jahr richtet Bad Herrenalb (Landkreis Calw) eine Gartenschau aus. Sie steht unter dem Motto „Das blaue Band der Alb“ und vernetzt alle Grünzüge der Kernstadt entlang der Alb miteinander. Sie folgt also einem Prinzip, das man sich auch für Ludwigsburg vorstellen kann. Die Gartenschau (die kleine Schwester der Landesgartenschau) wird am 13. Mai eröffnet und dauert bis zum 10. September.

Julia Essich-Föll
12. März 2017
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