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Ludwigsburg

Stadt sichert sich Vorkaufsrecht

Timo Schaal von der WHS stellte die Fördermöglichkeiten vor. Foto: Holm Wolschendorf

Es ist um mehr gegangen als am Samstagvormittag bei der Präsentation der Stadtteilbeauftragten Tabea Ritter zum Sanierungsprogramm für Oßweil deutlich geworden ist. Es ist um mehr gegangen als dass – laut Bedarfsplanung – mehr Kindergartenplätze in Oßweil benötigt werden oder dass auf dem Grünstreifen an der Ostseite der Comburgstraße Stauden gepflanzt werden, um einen Teil eines Grünen Rings herzustellen, der vom Hartenecker Feld über den Entwicklungsbereich zum Rotbäumlesfeld verläuft. Oder dass der Mehrgenerationenpark an der Walter-Flex-Straße nun eröffnet worden ist.

Die rund 40 Besucher, die im Oßweiler Feuerwehrhaus bei der Bürgerveranstaltung waren, erfuhren auch, dass die Stadt sich das Vorkaufsrecht für den Bereich Oßweil Südost oberhalb des Schulareals in Richtung des bereits bestehenden Gewerbegebiets gesichert hat, wo Wohnbaupotenzial und eine benötigte Gewerbegebietsflächenerweiterung möglich ist. „Es gibt aber noch keine konkreten Planungen“, sagte Tabea Ritter. Dies sei lediglich geschehen, weil die Stadt Baugebiete nur entwickele, wenn sie im Besitz der Flächen sei. Die Stadt habe das Recht, zum Verkauf stehende Grundstücke zu erwerben und zwar, bevor dies andere Beteiligte spekulativ tun. So weit die Vorlage.

Für die vorbereitenden Untersuchungen zum Sanierungsprogramm, erläuterte Timo Schaal von der Wüstenrot Haus- und Städtebau (WHS) GmbH, seien die betroffenen Eigentümer, Mieter und Pächter gemäß dem Baugesetzbuch verpflichtet, der Gemeinde Auskunft über sanierungsbedürftige Gebäude zu erteilen, Die Städtebauförderung diene der energetischen Erneuerung, aber auch der Neugestaltung des öffentlichen Raums wie Straßen und Plätzen. Eine Einzelmaßnahme werde mit bis zu maximal 50 000 Euro Fördergeldern bezuschusst.

Die Verwaltung wolle den Schwung der Jubiläumsfeierlichkeiten des Stadtteils vom vergangenen Jahr mitnehmen, betonte Oberbürgermeister Werner Spec. Gebäude sollen saniert werden, um die Oßweiler Ortsmitte aufzuwerten. Damit komme Bewegung ins Spiel, was die Hallenfrage anbelangt. Sie sei in der Prioritätenliste wegen der aktuellen Sanierung der August-Lämmle-Schule nach unten gerutscht. Aber zum einem sei die geplante, 300 Quadratmeter große Schulmensa als Multifunktionsraum für Veranstaltungen für bis zu 300 Personen nutzbar.

Und es gebe eine konkrete Zeitschiene für die Mehrzweckhalle. „Vor der Sommerpause wird ein Raumprogramm beschlossen. Nach dessen Prüfung soll spätestens im Januar 2018 beschlossen werden, ob die Halle saniert, eine neue oder eine Kombilösung – wie es dem Bürgerverein vorschwebt – gebaut wird.“ Das Sanierungsprogramm sei mehr als ein „Unser Dorf soll schöner werden“. Es wirke wie ein Turbo für den Stadtteil. Dies bestätigte die Bürgervereinsvorsitzende Angelika Hirth-Neukamm am Rande der Veranstaltung: „Dem Wildwuchs wird entgegengewirkt. Das Ortsbild wird aufgewertet.“

Ampelschaltungen, Beleuchtungssituationen, Barrierefreiheit, die Verkehrsführung in Oßweil – die Anwesenden schwenkten zu Themen, die ihnen viel mehr unter den Nägeln brannten. „Wir müssen mit der Kirche ums Dorf fahren, bis wir zu Hause sind“, meinte eine Bürgerin. Auch sei es verwunderlich, wie das Gebäude an der Westfalen-/Lange Straße hätte genehmigt werden können, lautete der Tenor. „Der Gehweg ist dort viel zu schmal.“ Die meisten Bürgersteige seien sowieso in einem liederlichen Zustand, hieß es. Spec stellte eine „intensive Begehung“ in Aussicht. Bereits am Mittwoch, 31. Mai, werden in Oßweil die Schulwege unter die Lupe genommen.

Britta Slusar
14. Mai 2017
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