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Ludwigsburg

Maskierter überfällt Busfahrer

In der Nacht zum Dienstag ist ein Busfahrer an der Haltestelle Rosenplatz an der Kleinbottwarer Straße in Großbottwar überfallen worden. Der Täter forderte Geld und flüchtete mit rund 300 Euro. Trotz sofortiger Fahndung konnte der Täter entkommen.

Die Fahrer der Buslinie 460 zwischen Marbach und Beilstein sind nachts offenbar einiges gewöhnt – das sagt zumindest ihr Arbeitgeber. Was einem von ihnen aber in der Nacht zu Dienstag passiert ist, musste bisher zum Glück noch keiner erleben.

Der Polizeibericht schildert den Tathergang so: Der Täter wartete an der Bushaltestelle Rosenplatz. Als der Linienbus kurz nach Mitternacht in die Haltebucht in Richtung Beilstein einfuhr und der Busfahrer die Tür öffnete, bedrohte der Mann den 46 Jahre alten Busfahrer mit einem Messer und forderte Geld.

Geistesgegenwärtig versuchte der Fahrer, die Tür wieder zu schließen. Der Täter versperrte sie jedoch, worauf ihm der Fahrer die Einnahmen aushändigte. Anschließend flüchtete der Unbekannte zu Fuß in Richtung Innenstadt und der Busfahrer verständigte die Polizei. Zu diesem Zeitpunkt saßen vier Fahrgäste im Bus.

Eine sofort eingeleitete Fahndung nach dem Räuber führte nicht zur Ergreifung eines Verdächtigen. Der Täter war etwa 1,70 Meter groß, mit einer Sturmhaube maskiert und hat akzentfrei deutsch gesprochen. Gerd Eisemann, der Fahrdienstleiter der Firma Gross, die im Auftrag der RBS diese Linie bedient, war gestern schockiert. Zwar gelte die Strecke zwischen Beilstein und Marbach als „Problemstrecke“, vor allem nachts. Das sei allerdings der Kundschaft geschuldet und hänge davon ab, welche Veranstaltungen gerade in Stuttgart stattfinden. Nach Bundesligaspielen zum Beispiel sei „Stress vorprogrammiert“. Bisher habe es aber nur verbale Übergriffe gegeben, keinen tätlichen Angriff. „In dieser Dimension haben wir das noch nie gehabt“, sagte der Fahrdienstleiter unserer Zeitung. Der Fahrer habe intuitiv richtig gehandelt. Er stand nach dem Vorfall unter Schock und war gestern krank geschrieben. Verletzt worden ist er nicht.

Die Ermittlungen dauern an. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat Ludwigsburg, Telefon (0 71 41)/18-9 entgegen.

Andrea Nicht-Roth
14. März 2017
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