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Ludwigsburg

Kontrolldienst gegen Müllsünder

Die Stadt Kornwestheim will dem Müll Herr werden. Archivfoto: Oliver Bürkle

So schön das Gelände an der Aldinger Straße auch ist: An Wochenenden mit schönem Wetter kippt die Stimmung. Die Besucher aus der gesamten Region grillen auch jenseits der dafür vorgesehenen Stellen, richten Schäden an und hinterlassen vor allem jede Menge Müll. Rund 30 000 Euro pro Jahr lässt sich die Kornwestheimer Stadtverwaltung die Sauberkeit kosten. Bereits im November 2015 hatte die CDU-Fraktion den Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, ein Nutzungskonzept für den Freizeitpark zu erarbeiten – inklusive eines Sicherheits- und Informationskonzepts. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat in seiner jüngsten Sitzung dem aus mehreren Bausteinen bestehenden Konzept einstimmig seine Zustimmung erteilt.

Das Terrain befindet sich seit dem Jahr 1999 im Besitz der Stadt Kornwestheim und war in den 70er-Jahren von der US-Armee und der Stadt Kornwestheim als deutsch-amerikanischer Freundschaftspark vom Bund gepachtet worden. Das Konzept unterscheidet zwischen den Bereichen, die öffentlich genutzt werden sollen, und naturnahen Flächen, die über eine ökologische Ausgleichsfunktion verfügen. Die Mahd dort findet erst im Spätsommer statt, das soll dazu beitragen, Besucher von der Nutzung abzuhalten.

„Der jetzige Zustand des vor 16 Jahren zunächst mit großem Erfolg umgestalteten Geländes erinnert sehr stark an die Situation vor dem Umbau“, so das Fazit der Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage. Weiterhin soll es ein Nebeneinander von Naherholung und Naturschutz geben und nach wie vor Grillen und kleinere Events in dem dafür vorgesehenen Bereich zulässig sein. Allerdings soll die Zahl der Großveranstaltungen, dazu gehören das Holi-Gaudi-Festival und Open-Air-Konzerte, auf zwei bis drei pro Jahr begrenzt werden. Mit Rücksicht auf brütende Vögel sollen diese frühestens ab Ende Juli stattfinden.

Beibehalten wird der Reinigungsrhythmus: Der Freizeitpark wird jeden Montag gereinigt, hinzu kommt eine grobe Zwischenreinigung am Mittwoch. Alle zwei Wochen werden die Unterflurbehälter geleert und deren Inhalt entsorgt. Keine Chance haben die Mitarbeiter des Bauhofs den intensiv genutzten Bereich sauber zu halten. Obwohl dort genügend Abfallbehälter zur Verfügung stehen, wird der Müll dort achtlos entsorgt und liegt auf der ganzen Fläche verstreut herum. Um diese Müllsünder zu sensibilisieren und möglicherweise auch zur Rechenschaft zu ziehen, sollen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes an den Wochenenden von Mai bis Oktober nach dem Rechten sehen. Die Kosten für die Kontrollgänge von freitags bis samstags belaufen sich auf rund 10 000 Euro pro Saison.

Außerdem sollen plakative Informationstafeln aufgestellt werden, die möglichst in bildhafter Sprache auf die Müll- und Vandalismusprobleme hinweisen. Darüber hinaus sollen Faltblätter mit Hinweisen auf die Freizeitparkordnung verteilt werden. Die Kosten für Infotafeln und -materialien werden mit weiteren 8000 Euro beziffert. Die zusätzlichen Kosten sollen übrigens durch Einnahmen aus Erlösen von Großveranstaltungen finanziert werden.

Bereits vor einigen Wochen umgesetzt worden sind die Höhenbegrenzungen, die verhindern, dass LKW auf den Schotterparkplatz fahren und diesen beschädigen. Weil viele der überalterten Obstbäume in den vergangenen Jahren verschwunden sind, sollen im kommenden Jahr pro Grillstelle zwei bis drei Laubbäume als Schattenspender gepflanzt werden. Ebenfalls im Jahr 2018 sollen zusätzliche Bänke im Freizeitpark aufgestellt werden. Allerdings soll dies erst geschehen, wenn Erfahrungen mit dem Sicherheitskonzept vorliegen. Schließlich hat jede neue Sitzgelegenheit das Potenzial, zur wilden Müllkippe oder zur unerwünschten Grillstelle zu werden.

Keinen Respekt scheinen einige Besucher vor den Bäumen zu haben, die in diesem Jahr neu gesetzt worden sind: Als Schutz sollen diese mit Metalldraht und Maschendraht umzäunt werden, was mit weiteren 10 000 Euro zu Buche schlägt. Die Arbeiten zur Pflege der ökologischen Flächen, wie die Mahd, werden extern vergeben und kosten zusätzlich 12 000 Euro.

marion Blum
14. Mai 2017
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