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Ludwigsburg

Investor soll das Schloss aus Dornröschenschlaf holen

Das Wahrzeichen der Stadt, Schloss Kaltenstein, steht seit über zwei Jahren leer.Foto: Alfred Drossel

Nach einer über zweijährigen, erfolglosen Suche nach einem neuen Mieter und einer geeigneten Nutzung hat sich das Land jetzt dazu entschlossen, das Schloss zu verkaufen. Das dafür zuständige Landesamt Vermögen und Bau in Ludwigsburg arbeitet derzeit an der Verkaufsausschreibung. Nach den Sommerferien wird die Immobilie auf den Markt kommen.

Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch zeigt sich froh darüber, dass jetzt Bewegung in die Sache kommt. Ziel sei es nämlich, den Leerstand so rasch wie möglich zu beenden. „Der Versuch, einen Investor zu finden, ist besser als ein dauerhafter Leerstand“, sagt Maisch. Der Oberbürgermeister räumt ein, dass es sich bei Schloss Kaltenstein um eine „nicht einfache Immobilie“ handelt.

Ein Kaufpreis wurde bisher noch nicht genannt. Der sei auch nicht entscheidend, weil die notwendigen Investitionen in dem unter Denkmalschutz stehenden Bau weitaus höher sind. Außer dem Schloss mit seiner Grundfläche von 3500 Quadratmetern kommen das Grundstück von 7200 Quadratmetern und – nicht zu vergessen – der zwei Hektar große Weinberg am Südhang dazu. 65 Jahre lang hatte das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) Schloss, Park und Weinberg genutzt.

Nachdem klar war, dass das Jugenddorf aus dem Schloss zieht, wurde schnell deutlich, dass die Stadt das Schloss nicht übernehmen kann und auch keinen Nutzen dafür hat. Da sei sich auch der Gemeinderat einig gewesen, wie der Oberbürgermeister betont. Die Stadt als Baugenehmigungsbehörde stehe mit den zuständigen Stellen im Land in enger Verbindung, was die künftige Nutzung betreffe, sagt Maisch.

Einig sind sich alle: Das Schloss soll einer „guten Nutzung“ zugeführt werden. Das wäre, so der Oberbürgermeister, ein Hotel oder/und eine Tagungsstätte in Kombination mit einem Gastronomiebetrieb. „Auch eine Jugendherberge wäre interessant“, sagt Maisch. Vorstellbar wären auch Firmen, die das Schloss über dem Enztal gewerblich nutzten oder eine Tagungsstätte daraus machen würden.

Auch im Leerstand wirkt das Schloss über Vaihingen noch immer attraktiv. Rund 100 000 Euro gibt das Land für den Unterhalt jährlich aus. Dazu gehört auch die nächtliche Beleuchtung, die das Wahrzeichen auch nachts weithin sichtbar macht.

Alfred drossel
17. Mai 2017
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