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Ludwigsburg

Im Tierheim wird jetzt gebaut

Der Umbau auf dem Gelände steht bevor, in zwei Wochen wird der Bau eines neuen Gebäudes in Angriff genommen. Foto: Oliver Bürkle

Etwa 720 000 Euro wird das dann geschlossene Gebäude voraussichtlich kosten. Es wird nach den neuesten technischen Standards mit Regenwasserspeicher gebaut und erfülle alle Lärmschutzauflagen der Stadt Ludwigsburg. Die Abtrennung zwischen den einzelnen Zwingern wird ebenfalls geschlossen ausgeführt. Dadurch erhofft sich Holger Blinzinger weniger Aggressionen unter den Hunden und damit weniger Gekläffe.

Über elektrisch gesteuerte Lichtkuppeln wird das Haus belüftet und es wird eine Fußbodenheizung eingebaut. Zahlreiche Wasseranschlüsse und eine neue Hochdruckreinigungsanlage werden die Arbeiten deutlich erleichtern und sollen Wasser sparen. „Es wird ein schönes Gebäude“, freut sich Blinzinger. Die Kosten für die Außenanlage, die im gleichen Zuge mitgemacht werden sollten, seien derzeit noch nicht kalkulierbar. Ein neues Kleintierhaus ist ebenfalls geplant.

Auch an den ehemaligen, 70 Meter langen Hühnerstall des Grünewald Areals wurde Hand angelegt. Die Bodenplatte ist ausgebessert, das Dach saniert. Die Entscheidung über eine Innendämmung sowie den Einbau neuer Fenster steht aktuell noch aus. Hier soll ein überdachter Trainingsplatz zum Beispiel für den Hundeführerschein entstehen. Außerdem Stallflächen für Huftiere. Kleintiere bekommen ein neues Zuhause und zusätzliche Lagerflächen sind geplant. Derzeit würden Angebote für Brandschutzwände eingeholt. Der frühere Güllebehälter des Hühnerhofs soll zu einer Regenwasserzisterne umfunktioniert werden.

Das alte Wohnhaus und der Schuppen nebenan sind sanierungsbedürftig. Außerdem stehen die Gebäude teils auf städtischem Grund. Der Tierschutzverein möchte das Gelände gerne kaufen, die Stadt sei verkaufswillig. Dennoch würden die Verhandlungen, die sich nun schon über zwei Jahre ziehen, stocken. Es sei noch zu klären, wie die Rückabwicklung läuft, sollte sich der Verein jemals auflösen, berichtete Blinzinger. Dann werde ein Gutachter den Wert schätzen. In dem Wohnhaus soll einmal die Verwaltung einziehen, der Tierarzt eine Praxis bekommen und ein Sitzungszimmer eingerichtet werden. Zusätzlich könnten zwei Übernachtungsmöglichkeiten für Kurzzeitgäste eingerichtet werden und die Jugendgruppe unterkommen. „Es liegt noch viel vor uns, wir sind aber auf einem guten Weg.“

Das ehemalige Anwesen Holzwart, das vom Tierschutzverein zum 1. Januar 2016 übernommen wurde, heißt künftig „Grünewald Areal“. Nur noch das Schild muss aufgestellt werden. „Somit wurden die im Erbe Grünewald auferlegten Verpflichtungen erfüllt“, berichtete Blinzinger auf der Mitgliederversammlung. Mit dem erweiterten Gelände könnten nun getrennte Bereiche für Hunde und Katzen mit den anderen Kleintieren geschaffen werden. Allerdings sei die Planung dafür komplex.

Letztes Jahr wurde die Heizungsanlage getauscht und auch die Freiläufe im hinteren Teil des Hofs wurden nach über fünfjährigem Baustopp fertig gestellt. Die Sanierung der Außenzwinger der Hundequarantäne wurde kürzlich abgeschlossen.

Das Tierheim am Kugelberg ist ein veritables Unternehmen mit 21 Festangestellten in Voll- und Teilzeit. Drei Lehrlinge werden hier zum Tierpfleger ausgebildet. Dazu kommen noch Aushelfer. Sie kümmern sich aktuell um knapp 300 Tiere. Darunter 90 Hunde und 100 Katzen, 25 Reptilien, 45 Kaninchen. „Der Job eines Tierpflegers ist anstregend“, dankte Blinziger den Mitarbeitern.

Einnahmen in Höhe von rund 1,24 Millionen standen letztes Jahr Ausgaben von etwa 1,6 Millionen Euro gegenüber. Damit sinkt das Vereinsvermögen auf 4,3 Millionen. Dabei wurden an vielen Stellen Einsparpotenziale ausgeschöpft, ohne an den Tieren zu sparen. Aber im Vergleich zu 2015 seien die Erbschaften dramatisch von 400 000 auf nur noch 50 000 Euro gesunken, hofft Schatzmeisterin Nicola Martini auf Besserung.

Thomas Faulhaber
16. Mai 2017
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