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Ludwigsburg

Geduldsprobe nach dem Kunstgenuss

Eine Veranstaltung im Forum ist zu Ende: Vor der Ampel stauen sich die Autos, die auf die B27 einfahren wollen, bis weit in die Friedrich-Ebert-Straße hinein, aus den Parkplatz-Ausfahrten der Bärenwiese fädeln sich weitere Fahrzeuge dazwischen ein.Foto: Benjamin Stollenberg

Das vergällt vielen Besuchern des Forums am Schlosspark nachträglich einen an sich schönen Abend: Nach dem Genuss einer Veranstaltung stehen sie mit ihren Autos vor dem Konzerthaus erst einmal eine sehr lange Weile eingekesselt im Stau. Eine Geduldsprobe, die mächtig Nerven kostet.

„Sonntags ist das Parken auf der Bärenwiese kostenfrei. Warum da trotzdem hinter jedem Fahrzeug die Schranke wieder fallen muss, versteht niemand“, ärgert sich beispielsweise eine Besucherin. „Zusätzlich geht es kaum vorwärts, weil sich die Autos vor der Ampel zur B27 stauen. Kein Wunder, dass die Leute da extrem ungeduldig und aggressiv werden. So etwas geht gar nicht.“ Kunstgenuss kommt für sie künftig nur noch in Stuttgart in Frage: „Da zahle ich dann lieber ein paar Euro Parkgebühr, komme aber nach der Aufführung zügig und ohne Ärger wieder weg.“

Derlei Umorientierung würden die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB), die für die Ludwigsburger Parkierungsanlagen verantwortlich sind, natürlich gerne vermeiden. „Wir bedauern es natürlich, dass sich jemand über eine unserer Anlagen beschwert hat“, so deren Sprecherin Astrid Schulte auf Anfrage. Zumal die SWLB in der Vergangenheit einiges unternommen hätten, das Parksystem – speziell an der Bärenwiese – zu optimieren.

Um das zügigere Ausfahren nach Veranstaltungen vom Parkplatz Bärenwiese West zu gewährleisten, sei bereits im vergangenen Sommer eine zweite Ausfahrt neben der Einfahrt gebaut worden – die Ausfahrmöglichkeiten hätten sich also verdoppelt.

Der Betrieb der Schrankenanlage dient laut Schulte außerdem eben auch der Fahrzeugzählung im Zuge des dynamischen Parkleitsystems der Stadt. Nur so könne immer der aktuelle Stand der freien Parkplätze angezeigt werden – auch, wenn das Parken gerade gar nichts kostet.

Zudem werde durch die Schrankenregelung das völlig unkontrollierte Ein- und Ausfahren auf die beiden Parkplätze Bärenwiese Ost und West vermieden. Ohne diese Barrieren wäre die Friedrich-Ebert-Straße erst recht im Nu verstopft, wenn hunderte Autos nach Ende einer Veranstaltung zur Ampel an der B27 drängen.

„Wir haben das gemessen“, so die SWLB-Sprecherin. „Parkticket einschieben, Schrankenöffnung abwarten und losfahren, das dauert 2,6 Sekunden – wenn alles ineinander greift und alle Autofahrer auch ihre Ausfahrtickets griffbereit haben.“ Bei 278 Parkplätzen allein auf der Bärenwiese West könnte sich dieser also – rein theoretisch – in einer knappen Viertelstunde leeren.

Die Bärenwiese ist außerdem mit einer Induktionsschleife versehen. Diese meldet der Ampelanlage an der Stuttgarter Straße, wenn sich die Fahrzeuge vor der Ampel stauen. Die Grünphase für den abfließenden Verkehr wird dann automatisch verlängert.

„Ein Problem ist dabei, dass die Linksabbieger Richtung Stuttgart erst den Gegenverkehr abwarten müssen und damit nur wenige Fahrzeuge pro Grünphase wirklich abfahren können“, weiß auch die SWLB-Sprecherin. „Stadt und Stadtwerke werden aber prüfen, ob es bei dieser Ampelschaltung weitere Optimierungsmöglichkeiten gibt. Womöglich könnten die Grünzeiten noch ein wenig verlängert werden.“ Die Schwierigkeit dabei: Die Stuttgarter Straße ist eine Hauptverkehrsader, deren Verkehrsfluss auch nicht allzu lange gestoppt werden kann.

„Die Verkehrssituation vor dem Forum nach Veranstaltungsende ist auch uns bei der Stadtverwaltung bewusst“, erklärt dazu deren Sprecher Clemens Flach. An einer Verbesserung der Grünphasenschaltung werde bereits gearbeitet.

„Außerdem“, so Flach weiter, „sind wir momentan an der Planung einer Fahrradstraße, die von der Alleenstraße über die B27 in die Friedrich-Ebert-Straße führen würde – und überlegen in diesem Rahmen auch eine mögliche Lösung des Problems an der Ausfahrt.“

Die hierzu laufenden Planungen werden laut Flach im Lauf des Frühjahrs abgeschlossen sein und dann der Öffentlichkeit vorgestellt.

Annette de Cerqueira
12. Februar 2017
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