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Ludwigsburg

Förderung wird diskutiert

Sanierungsbedürftig ist vor allem der Gästetrakt.Archivfoto: Ramona Theiss

Vor knapp einem Jahr hatte sich der Landesgeschäftsführer des Jugendherbergswerks in Stuttgart noch über die Stillhaltetaktik der Stadt Ludwigsburg beklagt, jetzt kommt Bewegung in die Sache: Heute beschäftigt sich der gemeinderätliche Sozialausschuss hinter verschlossenen Türen mit der Jugendherberge in der Gemsenbergstraße. Hintergrund ist der Sanierungsstau in der Einrichtung, die 1973 eingeweiht wurde.

Statt geplante 6,4 Millionen Euro in vier Bauabschnitten zu investieren, hatte der Landesverband in Ludwigsburg deutlich abgespeckt. Böden und Elektrik sowie Sanitärräume wurden saniert, der größte Teil jedoch – die Erweiterung des Anbaus und damit der Sprung von 121 auf 170 Betten – wartet bis heute auf Verwirklichung.

Die vergangenen Jahre hatte der Landesverband für die Kultur-Jugendherberge in Ludwigsburg um finanzielle Unterstützung gebeten, von 40 Prozent der Sanierungskosten war ursprünglich die Rede. Eine aktuelle Stellungnahme war vom Landesverband nicht zu bekommen. 40 Prozent hatte der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried in der Vergangenheit ins Reich der Utopien verwiesen, aber Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, werde derzeit geprüft, ob und in welcher Höhe die Stadt in einen Zuschuss einsteigen könnte. Dies werde auch mit den Stadträten diskutiert.

Rund drei Millionen Euro jährlich gehen via Bundesjugendplan an das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) mit knapp 500 Jugendherbergen bundesweit. „Dafür wird jedes Mal ein Antrag gestellt“, sagt Knut Dinter, Pressesprecher des DJH. Die 14 Landesverbände seien in Sachen Sanierung jedoch meist auf sich gestellt, Ludwigsburg mit 18 621 Übernachtungen im Jahr 2016 gehöre zudem nicht zu den überregional oder international bedeutsamen Häusern.

„Der Trend geht zu großen Einheiten“, so Dinter, der Kostengründe nennt. Die Zahl der Herbergen nehme kontinuierlich ab, nicht zuletzt, weil sich bei vielen Häusern die teure Sanierung nach spätestens 20 Jahren nicht lohne. Die größte Jugendherberge steht übrigens in Borkum. Dort wurde eine ehemalige Bundeswehrkaserne mit über 400 Betten belegt.

von janna werner
14. Februar 2017
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