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Schwieberdingen

Erddeponie wird 15 Meter höher

Erweiterung ohne Flächenfraß: Die Erddeponie Froschgraben soll um 15 Meter höher aufgeschüttet werden als bisher geplant.

1999 ging der Froschgraben in Betrieb, wenig später galt die Erd- und Bauschuttdeponie als überdimensioniert. Doch jetzt neigen sich die Kapazitäten auf der verkehrsgünstig an der Bundesstraße 10 gelegenen Deponie dem Ende zu: Nur noch bis Ende 2014 reicht der Platz für minimal belastetes Material, das danach auf den Deponieflächen für schwach belasteten Bauschutt abgelagert werden müsste. In diesem Fall aber ginge nach Angaben von Albrecht Tschackert, dem technischen Leiter der AVL, auf dem Froschgraben Mitte 2017 nichts mehr – und zwar selbst dann, wenn keine zusätzlichen Lastwagen den Schutt der Megabaustelle Stuttgart 21 ins nahe Schwieberdingen karren.

Der Handlungsbedarf war daher gestern im AVL-Aufsichtsrat unumstritten – und auch für die Ausbaupläne gab es nach der Zustimmung der Standortgemeinde Schwieberdingen nun das einhellige Lob der Kreistagsfraktionen. Denn: Die 42 Hektar große Deponie wird erweitert, ohne dass zusätzliche Fläche verbraucht würde. Stattdessen wird aufgestockt – um durchschnittlich 15 Meter soll der Deponiekörper höher werden, als er jetzt ist. Das reicht, um zusätzliche 1,8 Millionen Kubikmeter oder 2,9 Millionen Tonnen Erde und Bauschutt auf dem Froschgraben abzulagern, dessen Betriebszeit sich dadurch bis etwa ins Jahr 2024 verlängert. Außerdem prüft die AVL derzeit, inwieweit sich der Standort zur umweltfreundlichen Energiegewinnung beispielsweise durch kleinere Windkraftanlagen eignet.

Beim Auffüllen der Deponie soll die Landschaft so modelliert werden, dass sie sich nahtlos in die hügelige Umgebung zwischen Schwieberdingen und Markgröningen einfügt. „Einen zweiten Grünen Heiner wird es nicht geben“, versprach Tschackert. Und wenn die Deponie erst einmal geschlossen wird, soll sie zu einem attraktiven Naherholungsgebiet werden, in dem sich Äcker, Weiden und Baumwiesen ebenso finden wie ein Aussichtspunkt mit 360-Grad-Panoramablick.

Weil auf dem Froschgraben künftig weder höher belastete Erdabfälle angenommen noch sich die bereits genehmigten Verkehrsmengen ändern werden und auch die zusätzliche Feinstaubbelastung weit unterhalb der zulässigen Höchstwerte bleibt, stießen die Pläne im AVL-Aufsichtsrat durchgängig auf Zustimmung. Die Unterlagen gehen jetzt ans Regierungspräsidium, im Januar sollen die Schwieberdinger bei einer Bürgerversammlung detailliert informiert werden. Die Planfeststellung durch die Landesbehörde wird dann für die zweite Jahreshälfte 2013 erwartet.

Steffen Pross
11. Oktober 2012
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