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Kreis Ludwigsburg

AVL will Laubpellets als Brennstoff nutzen

Derzeit tüftelt Abteilungsleiter Albrecht Tschackert, wie sich Laub am besten als Brennstoff nutzen lässt. Die Herbstblätter werden dafür zu Pellets gepresst. Foto: AVL/Albrecht Tschackert

„Es gibt doch nichts Tolleres, als wenn der Herbst jedes Jahr den Brennstoff liefert“, sagt Albrecht Tschackert, Abteilungsleiter für Deponie- und Energietechnik bei der AVL. Die Überlegungen, die Blätter von Linde, Pappel und Co. als Brennstoff zu nutzen, haben ihre Berechtigung. „Laub hat den Heizwert von Braunkohle“, begründet Tschackert in der gestrigen AVL-Aufsichtsratssitzung. Dieser Hinweis hinterlies auch bei den Aufsichtsratsmitgliedern Eindruck. Während Gras zur Energiegewinnung schon in Biogasanlagen vergärt wird, könnte Herbstlaub energiebringend verfeuert werden.

Albrecht Tschackert ist derzeit mit der Forschung dazu beschäftigt. Wie kann das Laub lagerfähig gemacht werden? Um das herauszufinden, sei im Herbst bereits Laub gesammelt worden. Das werde teilweise mit Folie abgedeckt gelagert oder in landwirtschaftlichen Rundballen oder Pellets gepresst aufbewahrt. Das Problem: Pellets aus Laub enthalten viele mineralische Anteile. „Das ist ein Detail, mit dem wir zu kämpfen haben“, bekannte Tschackert. Was auf den ersten Blick aussieht wie Schimmel sei schlicht und einfach der Dreck von der Straße. Wegen des hohen mineralischen Anteils eigne sich das Brennmaterial nicht für jeden Ofen.

Auf der Deponie Burghof in Gündelbach steht derzeit eine mobile Anlage, in der die AVL Verbrennungsversuche laufen lässt. Es gehe auch darum, Daten für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zu erlangen. „Laub ist als Brennstoff so interessant, dass wir diesen Aufwand gern betreiben“, so Tschackert. Die Überlegungen der AVL, aus Laub einen Brennstoff herzustellen, werden in einer Studie der Landesanstalt für Umwelt und Naturschutz zur Abfallverwertung ausdrücklich begrüßt.

Vorbild für den Kreis Ludwigsburg in Sachen Laubverwertung ist die Stadt Ibbenbüren bei Osnabrück. „Blatt-Gold“ haben die Verantwortlichen das dortige Projekt getauft. In zwei Jahren wurden aus 500 Tonnen Herbstlaub 250 Tonnen Bricketts. Bei deren Verbrennung habe die Stadt rund eine Million Kilowattstunden Wärme erzeugt. Diese Energie steckt auch in 100 000 Litern Heizöl. Mit diesen Zahlen haben die Nordrhein-Westfahlener bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Stephanie Bajorat
18. März 2015
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